Adidas weniger vom Trend abhängig als Lifestyle-Marke Puma
Das Aktienduell: Adidas-Salomon gegen Puma

Welche Aktie bietet zur Fußball-WM die bessere Perspektive?

DÜSSELDORF. Der Markt

für Sportartikel und Lifestyle-Mode ist hart umkämpft. Inzwischen tummeln sich hier frühere reinrassige Sportartikelhersteller wie Adidas und Puma, aber auch früher klassische Modespezialisten wie Esprit. Nach wie vor hält der US-Hersteller Nike die Weltkrone mit einem Jahresumsatz von 9,5 Milliarde Dollar. Europas Nummer eins ist Adidas mit Jahreserlösen von zuletzt sechs Milliarden Euro. Nach langen Jahren der Niederlagen hat sich das Herzogenauracher Unternehmen auch auf dem wichtigsten Markt, den USA, wieder nach vorne gespielt und generiert dort inzwischen elf Prozent seiner Umsätze. Akut abstiegsgefährdet war Ende der Neunzigerjahre das deutsche Schwesterunternehmen Puma. Probleme mit dem Image kosteten erhebliche Marktanteile und drückten aufs Ergebnis. Inzwischen hat sich das Geschäft von Puma beinahe sensationell erholt. Demografen warnen aber generell davor, den Sportartikel- und Lifestyle-Markt unverändert als langfristigen Wachstumsmarkt zu sehen. Schließlich überaltere die Gesellschaft in den Industrieländern. Andererseits dürften heutzutage mehr 50-Jährige denn je das eine oder andere Paar Sportschuhe im Schrank stehen haben, sodass die Sorge unbegründet sein sollte. Wegen der besseren Marktstellung:

Vorteil Adidas.



Die Strategie

Adidas ist nach der Übernahme des Skiherstellers Salomon und des Golfspezialisten Taylor Made ein breit aufgestelltes Sportartikelunternehmen. Doch hatte Adidas zunächst wenig Freude mit den Neueinkäufen. Schwache Ergebnisse der Sparten drückten die Gesamtgewinne Ende der Neunzigerjahre. Die Integrationsschwierigkeiten sind aber überwunden, Umsätze und Gewinne zeigen nach oben. Adidas versteht sich als Sportartikelhersteller mit einem wichtigen Augenmerk auf das Modegeschäft. Ziel ist vor allem, Nike in den USA weitere Marktanteile abzuluchsen. Puma hat sich dagegen zu einer Lifestyle-Marke entwickelt. Nicht ohne Stolz verweist man auf die erheblichen Zuwächse im Modegeschäft. Adidas kontert regelmäßig, dass Puma mit seinem Gesamtumsatz nicht einmal an die Adidas-Erlöse aus der hier weniger wichtigen Modesparte herankomme. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft kämpft Adidas vor allem gegen Nike. Dabei ist das Unternehmen als einziger Sportartikelhersteller nicht nur Ausrüster diverser Teams wie der deutschen Mannschaft, sondern auch einer der 15 Kosponsoren der WM. Puma hofft vor allem auf die Löwen von Kamerun. Das afrikanische Team könnte mit Puma-Trikots ins Halbfinale stürmen und so einen erheblichen Werbeeffekt bei relativ geringem Einsatz von und für Puma bringen. Weil weniger vom Trend abhängig:

Vorteil Adidas.



Die Aktien

Beide Aktienkurse entwickelten sich zuletzt gegen den allgemeinen Markttrend positiv, die Puma-Aktie seit zwei Jahren sogar fulminant. Doch selbst wenn Puma das angestrebte Ziel der Umsatzmilliarde (2001: 600 Millionen Euro) schnell erreichen sollte, ist mit einer Marktkapitalisierung von 950 Millionen schon viel Fantasie im Kurs. Adidas-Papiere kosten dagegen nur zwei Drittel des Umsatzes. Bei KGVs von rund 15 (Puma) zu 17 billigt der Markt Adidas derzeit einen berechtigten leichten Aufschlag zu.

Vorteil Adidas.

Fazit: Anleger sollten auf dem aktuellen Kursniveau Adidas bevorzugen.

Quelle: Wirtschaftswoche

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%