Adobes Ausblick enttäuscht Märkte
Analysten legen bei Adobe andere Maßstäbe an

Mit einer vorsichtigen Umsatzprognose für das dritte Geschäftsquartal hat der US-Softwarehersteller Adobe Systems am späten Donnerstagabend die Erwartungen der US-Börsen enttäuscht.

Reuters PALO ALTO. Für das zweite Quartal gab die im kalifornischen San Jose ansässige Adobe einen Gewinnrückgang von elf Prozent bekannt. In New York brachen die Aktien deutlich ein.

Das an der Technologiebörse Nasdaq gelistete Unternehmen erwartet eigenen Angaben zufolge zwar nach einem wie angekündigt schwachen zweiten Quartal wieder höhere Gewinne in der zweiten Jahreshälfte, prognostizierte jedoch für die kommenden Monaten einen geringeren Umsatz als von Analysten erwartet. Den Zahlen zufolge wird der Umsatz 300 bis 320 Millionen Dollar betragen. Analysten rechneten bisher einer Umfrage von Thomson First Call zufolge mit 328,2 Millionen Dollar.

"Die Leute haben auf eine positive Revision (der geschätzten Zahlen) gewartet", sagte John McPeake von Prudential Securities. Zu Beginn des Handels in New York fielen die Aktien von Adobe um gut zehn Prozent auf 32,50 Dollar. Schon nachbörslich hatte sich der Einbruch des Aktienkurses angebahnt.

Software-Hersteller wie Oracle , PeopleSoft und Siebel rechnen mit einem Rückgang ihrer Umsätze von 15 bis 30 Prozent. Analysten legen an Adobe jedoch andere Maßstäbe an. Dessen Produkte erzielten hohe Preise und würden an sehr unterschiedliche Kunden verkauft, sagten sie.

Mit einem guten Absatz der Software "Photoshop" habe Adobe "trotz einer anhaltend schwachen Wirtschaftslage" ein solides zweites Quartal absolviert, sagte Firmenpräsident Bruce Chizen bei der Vorlage der Zahlen im kalifornischen San Jose. Die Software zur Bearbeitung von Bildern habe ihr zweitbestes Quartalsergebnis erzielt. "Aber wir wissen nicht, wie es sich weiter entwickelt in diesem Quartal und dann ins vierte hinein," sagte Chizen. Die Umsätze mit dem im April vorgestellten Programm "Accelio" seien dagegen enttäuschend.

Im vierten Quartal wird der Adobe-Umsatz den Schätzungen zufolge 315 bis 345 Millionen Dollar erreichen. Als Pro-Forma-Gewinn pro Aktie rechnet das Unternehmen mit 26 bis 29 Cent.

Im zweiten Quartal war der Umsatz um fast acht Prozent auf 317,4 (344,1) Millionen Dollar zurückgegangen. Der Reingewinn sank auf 54,3 Millionen von 61,3 Millionen Dollar in der Vorjahreszeit oder auf 22 (25) Cent je Aktie und blieb damit im Rahmen der Erwartungen. Ohne Berücksichtigung von Umstrukturierungskosten und anderen Belastungen sei ein Pro-Forma-Reingewinn von 67,4 (84,5) Millionen Dollar oder 27 (34) Cent pro Anteil erwirtschaftet worden, teilte das Unternehmen mit.

Analysten hatten im Durchschnitt einen Gewinn je Aktie ohne Berücksichtigung von Aufwandsposten von 25 Cent und einen Umsatz von 316,3 Millionen Dollar prognostiziert. Adobe selbst hatte eine Gewinn je Aktie von 24 bis 27 Cent und einen Umsatz von 305 bis 325 Millionen Dollar erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%