Adtranz treibt Transportgeschäft
Streik drückt Bombardier-Gewinn

Der Gewinn des weltgrößten Eisenbahnherstellers Bombardier ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wegen eines mehrwöchigen Streiks zurückgegangen.

dpa MONTREAL. Das Ergebnis fiel in dem am 30. April beendeten ersten Abschnitt des Geschäftsjahres 2002/2003 um neun Prozent auf 219,2 Mill. kanadische Dollar (155 Mio Euro). Bombardier ist auch der drittgrößte Flugzeuganbieter der Welt. Gestreikt wurde im April und Mai in Flugzeugwerken bei Montreal.

Der Bombardier-Umsatz legte dagegen vor allem wegen der Einverleibung der deutschen ADtranz-Gruppe deutlich um 37 % auf 5,5 Mrd. kanadische Dollar zu. Der ADtranz-Kauf führte auch zu einer massiven Erhöhung des Auftragsbestands um 38 % auf 44,9 Mrd. kanadische Dollar, teilte Bombardier am Dienstag nach Börsenschluss mit.

Der Umsatz der Transportsparte schoss im ersten Quartal um 175 % auf 2,3 Mrd. kanadische Dollar hoch. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich explosionsartig um 243 % auf 90,6 Mill. kanadische Dollar.

Das Unternehmen verbuchte in dieser Sparte Neuaufträge in Höhe von 3,3 Mrd. kanadische Dollar und hatte zum Quartalsende einen Auftragsbestand von 21,9 Mrd. Dollar. Bombardier rechnet nach der Privatisierung der Wartung des Londoner U-Bahn-Systems für einen Zeitraum von 30 Jahren Aufträge im Gesamtwert von mehr als 6,9 Mrd. kanadische Dollar.

Bombardier-Chef Robert E. Brown hob vor allem "die stärkeren Transport-Aktivitäten sowie die Zuführung des Adtranz-Geschäfts" hervor. Diese und das neue Außenbordmotor-Geschäft hätten zu dem "erheblichen Umsatzanstieg" beigetragen.

Bombardier hatte angekündigt, im Zusammenhang mit dem ADtranz-Kauf Ansprüche in Höhe von 1,4 Mrd. kanadische Dollar gegen den Verkäufer DaimlerChrysler geltend machen zu wollen.

Der Streik vom 15. April bis 5. Mai in den Werken der Bombardier Aerospace im Raum Montreal und Verzögerungen bei der Wiederaufnahme der Produktion hätten den Gewinn negativ beeinflusst, hieß es. Dies werde sich auch noch im zweiten Quartal auswirken.

Bombardier wolle die verlorene Zeit im Flugzeugbau aber wieder wettmachen. Dies und die guten Ergebnisse im Transport-, Freizeit- und Finanz-Bereich sollen bis zum Jahresende ein Gewinnwachstum von zehn Prozent je Aktie bringen, erklärte der Bombardier-Chef. Im ersten Quartal lag der Gewinn bei 15 kanadischen Cents pro Aktie (Vorjahr: 17 Cents).

Der Umsatz der Flugzeugsparte stagnierte mit 2,6 Mrd. kanadische Dollar. Der Vorsteuergewinn fiel um 39 % auf 190,7 Mill. kanadische Dollar. Die Bombardier Aerospace lieferte nur noch 65 (Vorjahr: 83) Maschinen aus, 37 Regional- und 28 Geschäftsflugzeuge. Bombardier hat seit Beginn des laufenden Geschäftsjahres Aufträge für sechs Regionalflugzeuge erhalten.

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