Advocaat beugt sich Clubtrainern
„Oranje“-Stars tanzen nur 45 Minuten

Im mit Spannung erwarteten Prestige-Duell gegen Deutschland wird Bondscoach Dick Advocaat seine "Oranje"-Stars nur als Teilzeitkräfte präsentieren. Dies erklärte der niederländische Nationaltrainer im Trainingscamp in Katwijk, wo sich die Mannschaft auf das Spiel gegen den WM-Finalisten am Mittwoch in Gelsenkirchen (20.00 Uhr) vorbereitet.

HB/dpa KATWIJK/GELSENKIRCHEN. Rückkehrer Advocaat, der das Nationalteam nach je zwei Jahren unter Frank Rijkaard und Louis van Gaal wieder auf Erfolgskurs bringen soll, beugt sich damit den Interessen des heutigen Barcelona-Trainers van Gaal, der um Schonung seiner niederländischen Nationalspieler bat.

"Ich kann van Gaal gut verstehen. Seine Mannschaft spielt am Wochenende gegen Real Madrid", meinte Advocaat, der seinem Vorgänger versprach, die vier "Barca"-Profis Frank de Boer, Philip Cocu, Patrick Kluivert und Michael Reiziger nur eine Halbzeit einzusetzen. "Für mich ist es wichtig, eine gute Beziehung zu den Clubtrainern zu haben. Wenn ich jetzt etwas gebe, bekomme ich später auch etwas zurück", sagte der Bondscoach, der bis auf die angeschlagenen Mark van Bommel und Marc Overmars alle seine Stars an Bord hat.

Nach der Enttäuschung über die verpasste WM in Asien und dem entgangenen EM-Finale zwei Jahre zuvor im eigenen Land hat Advocaat mit wenigen Veränderungen im Kader einen guten Beginn mit den "Oranjes" hingelegt. Die Niederländer starteten mit zwei 3:0-Erfolgen gegen Weißrussland und Österreich in die EM-Qualifikation und blieben in insgesamt sechs Spielen unter ihrem neuen Coach unbesiegt. Wie seine Vorgänger setzt der Trainer dabei weiterhin auf bewährte Spieler wie Jaap Stam, Clarence Seedorf, Edgar Davids, Boudewijn Zenden und die Barcelona-Stars.

Mit talentierten Nachwuchskräften wie Rafael van der Vaart und Andy van der Meyde aus der bekannten Fußball-Schule von Ajax Amsterdam stehen weitere hungrige Spieler bereit. Auf Bitten von Ajax-Coach Ronald Koeman sollen aber auch die beiden hoffnungsvollen Talente nur zu Teileinsätzen gegen die Deutschen kommen.

An die letzte Begegnung beider Teams am 23. Februar 2000 in Amsterdam haben die Niederländer beste Erinnerungen. Trotz des knappen 2:1-Erfolges der Gastgeber zeigten die "Oranjes" zumindest eine Halbzeit lang eine überragende Leistung. Auffälligster Spieler war damals der technisch versierte Zenden, der den DFB-Debütanten Zoltan Sebescen in dessen bisher einzigem Länderspiel ein ums andere Mal düpierte. Der heutige Leverkusener wurde nach den schwersten 45 Minuten seiner Karriere vom damaligen Teamchef Erich Ribbeck frühzeitig und völlig frustriert ausgewechselt.

Auf eine ähnlich gute Leistung hofft Advocaat auch am Mittwoch. Schließlich wolle seine Mannschaft sich beweisen, so der Bondscoach. "Alle Nationalspieler wollen sich rehabilitieren. Das wird für uns eine große Herausforderung", meinte der niederländische Trainer.

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