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Advocaat soll Gladbach zu neuem Glanz verhelfen

In „General“ Dick Advocaat hat beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach der erste ausländische Trainer das Regiment übernommen. „Die Verpflichtung ist ein klares Signal dafür, wo der Verein hin will“, sagte Sportdirektor Christian Hochstätter.

dpa MÖNCHENGLADBACH. In "General" Dick Advocaat hat beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach der erste ausländische Trainer das Regiment übernommen. "Die Verpflichtung ist ein klares Signal dafür, wo der Verein hin will", sagte Sportdirektor Christian Hochstätter.

Bei der Vorstellung des als autoritär bekannten 57-jährigen Niederländers sagte er weiter: "Es war für uns wichtig, einen Trainer zu finden, der mit seiner Vita ein gewisser Garant ist, dass wir erfolgreich arbeiten können."

Der frühere niederländische Nationaltrainer ist überzeugt, den auf Platz 14 dümpelnden Erstligisten auf Erfolgskurs zu trimmen und zu neuem Glanz verhelfen zu können. "Es ist ein Club mit guten Aussichten. Wichtig ist zunächst, dass die Ergebnisse stimmen und wir uns verbessern", sagte der Nachfolger des vor einer Woche entlassenen Holger Fach. Sein Vertrag ist bis zum 30. Juni 2007 datiert und könnte der letzte in seiner Laufbahn sein. "Ich möchte meine Karriere hier beenden", so Advocaat, der eine Reihe anderer Angebote abgelehnt hat.

Bis zu seiner Bundesliga-Premiere beim FSV Mainz 05 will er die Mannschaft kennen lernen, aber nicht mehr viel umkrempeln: "Nach dem 2:0 gegen Bayern München gibt es keinen Grund, etwas zu ändern." Ein Kompliment machte er dem Interimscoach Horst Köppel, dem der Bayern-Coup gelang und der nun wieder in den Amateurbereich des Vereins zurückkehrt. "Besser als er kann ich es nicht machen, er hat 100 Prozent erreicht", scherzte der als schwierig und stur geltende Advocaat.

Der in Den Haag geborene Coach gilt als Anhänger von Disziplin und Ergebnis orientiertem Fußball. Dies hat dem wenig charismatischen, aber hartnäckigen Kämpfertyp in seiner Laufbahn Erfolge, aber auch viel Kritik eingebracht - von Spielern und den Medien. "Ich bin ein disziplinierter Mann. Das erwarte ich auch von meinen Spielern", bekannte er, "wenn ich etwas zu den Spielern sage müssen sie es machen. So wie man mit Kindern spricht."

Als "Bondscoach" scheiterte er mit der niederländischen Nationalmannschaft erst im Halbfinale der Europameisterschaft 2004 mit 1:2 gegen Gastgeber Portugal. Trotz eines Vertrages bis 2006 musste er auf Druck der Öffentlichkeit am 6. Juli seinen Hut nehmen - nach insgesamt 54 Länderspielen. Öfter hatte keiner seiner Vorgänger auf der Bank gesessen. "Ein kleines Land wie Holland ist ins EM- Halbfinale gekommen, das können andere Länder nicht von sich sagen", wehrte er sich noch einmal gegen die Kritik seiner Landsleute.

Obwohl Advokaat eher das Spiel aus einer sicheren Defensive schätzt, will er den für ihren Offensiv-Drang bekannten Gladbachern keinen Beton-Fußball verordnen. "Wenn man zwingend spielen muss, werden wir es tun, wenn wir verteidigen müssen, werden wir es auch tun", meinte Advocaat, der seinen Ruf als Defensiv-Stratege ohnehin nicht für gerechtfertigt hält: "Die Vereine, bei denen ich gearbeitet habe, haben immer viele Tore geschossen und wenige erhalten."

Für den Profi-Fußball entdeckt wurde Advocaat von dem früheren österreichischen und ehemaligen HSV-Trainer Ernst Happel, der Mitte der 60er Jahre auf den Jungen beim ADO Den Haag aufmerksam wurde. Als Spieler gehörte er zu den "Arbeitern" im Defensivbereich, der neben weiteren nationalen Stationen bei Roda JC Kerkrade, VV Venlo, Sparta Rotterdam und dem FC Utrecht auch drei Jahre lang in den Sommermonaten in der US-Liga für die Chicago Stings spielte.

Als Trainer begann Advocaats Laufbahn 1981 beim Amateur-Club Dvsp Pijnacker, mit dem er einmal in 55 Pflichtspielen nacheinander ungeschlagen blieb. 1984 holte ihn Rinus Michels ("Von ihm habe ich viel gelernt") als Jugend- und Co-Trainer der Nationalmannschaft zum niederländischen Fußball-Verband (Knvb). 1992 bis 1994 wurde er dann zum ersten Mal "Bondscoach". Im Dezember 1994 übernahm Advocaat den PSV Eindhoven, mit dem er Meister, Pokalsieger sowie zwei Mal Supercup-Sieger wurde. Danach wechselte er zu den Glasgow Rangers, mit denen er auf Anhieb das schottische "Triple" (Meister, Pokal- und Ligapokalsieger) gewann.

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