Änderung der Strassenverkehrsordnung
Handy-Telefonieren im Auto wird verboten

Ohne Freisprechanlage läuft künftig nichts mehr, beschloss der Bundesrat. Nur noch im Stau und bei einem Halt vor Bahnschranken dürfen Autofahrer ihr Mobiltelefon zücken.

dpa BERLIN. Telefonieren mit dem Handy im Auto und auf dem Rad ist Fahrern vom kommenden Jahr an ohne Freisprechanlage verboten. Erlaubt ist das Telefonieren am Steuer dann nur noch im Stau oder bei längerem Halt vor einer geschlossenen Bahnschranke und wenn der Motor ausgeschaltet ist. Einer entsprechenden Änderung der Straßenverkehrsordnung stimmte der Bundesrat am Freitag zu.

Die Vorschrift soll gewährleisten, dass der Fahrer bei der Benutzung des Mobil- oder Autotelefons "beide Hände für die Bewältigung der Fahraufgabe frei hat". So darf beim Fahren weder gewählt noch dürfen Kurznachrichten (SMS) versendet oder Daten im Internet abgerufen werden. Auch im Stop-and-go-Verkehr oder vor der roten Ampel ist Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage künftig verboten. Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) hatte angekündigt, dass vom 1. April 2001 mit einem Verwarngeld von 60 DM bei Verstößen gegen das Handy-Verbot im Auto zu rechnen ist. Radfahrern drohen 30 DM Strafe.

Durch das Telefonieren am Steuer habe sich auf den Straßen ein neues, verkehrsgefährdendes Verhalten verbreitet. Gab es 1996 in Deutschland rund 5,5 Mill. Mobiltelefone, dürften es heute etwa 20 Mill. sein. Die Benutzung des Telefons am Steuer gehört nach Einschätzung des Ministeriums inzwischen zum Alltag im Straßenverkehr.

Außerdem wird laut Bundesratsbeschluss für den Kreisverkehr ein neues Verkehrszeichen eingeführt und zugleich das Blinken beim Einfahren in den Kreisverkehr verboten. Es bleibt jedoch bei der bisherigen Regelung, dass bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr geblinkt werden muss. Ferner werden die hohen Anforderungen für die Einrichtung von Tempo 30-Zonen auf Wunsch der Kommunen reduziert.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) kritisiert unterdessen das Telefonierverbot als vorschnelle Reaktion ohne Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit. Nicht das Telefonieren selbst ist die größte Gefahr im Auto, sondern das Heraussuchen der Nummern, der Wahlvorgang und vom System geforderte Reaktionen durch die Nummerneingabe. Außerdem gebe es bislang keine statistischen Beweise für Unfallhäufungen durch Mobiltelefone.

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