Änderungen bei Kranken- und Rentenversicherung geplant: EU: Gleiche Policen für Frau und Mann

Änderungen bei Kranken- und Rentenversicherung geplant
EU: Gleiche Policen für Frau und Mann

EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou will Frauen und Männer in der privaten Renten- und Krankenversicherung gleichstellen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Kommissionskreisen will sie im Juni eine Richtlinie gegen die Diskriminierung von Frauen vorlegen und darin geschlechtsneutrale Tarife vorschreiben.

rut BRÜSSEL. Setzt sich die Kommissarin durch, müssten die Renten- und Krankenversicherungen ihre Tarifpolitik neu gestalten.

Derzeit zahlen Frauen in der privaten Krankenversicherung höhere Beiträge als Männer. Unbefristete Privatrenten von Frauen sind bei gleichem Prämienaufkommen zwischen 9 und 12 % niedriger als bei Männern. Damit würden Frauen benachteiligt, meint Diamantopoulou.

Versicherungen und Verbraucherschützer lehnen die Brüsseler Initiative ab, die auf eine Erhöhung der Beiträge für Männer hinauslaufen würde. Eine Umverteilung zwischen den Geschlechtern sei nur in der gesetzlichen Sozialversicherung möglich, aber nicht in privaten Versicherungen, sagte Franz-Josef Werle vom Europäischen Versicherungsverband CEA. "Die private Versicherung kann ungleiche Dinge nicht gleich behandeln", bestätigte Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Allerdings waren geschlechtsneutrale Tarife auch schon in Deutschland diskutiert worden - im Zusammenhang mit der staatlich geförderten Riester-Rente.

Rechtsgrundlage für die geplante EU-Richtlinie ist Artikel 13 des EG-Vertrags. Er berechtigt die Europäische Union, "Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts" zu bekämpfen. Richtlinien dieser Art müssen von den EU-Mitgliedstaaten einstimmig beschlossen werden.

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