Änderungen gibt es nur im Aufsichtsrat
Hölle, Himmel und zurück

Hauptversammlung ohne Happy End: Die Männer, die den BVB in die Krise führten, sollen den Club nun auch sanieren.

DORTMUND. Dies könnte ein Film sein. Das Ende eines Films. Der finale Showdown der Worte, das Treffen von Gut und Böse. Und am Ende siegt das Gute. Wenn dies ein Film wäre, kämen zuerst die Guten, unerkannt, durch den Haupteingang. Ihr Schritt wäre fest und schnell, kraftvolle Musik würde unterlegt. Die Kamera würde sie begleiten, vorbei am kleinen Fanartikelshop mit den gelben Weihnachtsmännern und der Vereinspostille "Borussia-Gazette" mit der Schlagzeile: "Nr. 1 in Europa" - in Sachen Zuschauer wohlgemerkt.

Die Bösen dagegen führen in Limousinen vor dem Hintereingang der Westfalenhalle vor, erst kurz bevor es losgeht, umwabert von düsteren Tönen. Stechend wäre ihr Blick und siegesgewiss.

Doch dies ist kein Film, es ist die Hauptversammlung der Borussia Dortmund KgaA, Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballclub, nach Jahren sportlicher Großerfolge in Abstiegsnähe geraten und auch finanziell am Abgrund. Auch deshalb wissen alle: Es gibt hier nicht die Guten und die Bösen. Die jüngere Geschichte des BVB ist erfüllt von Lügen, lancierten Medienberichten, Gerüchten um krumme Geschäfte - auf beiden Seiten.

Als Erster kommt ein Nebendarsteller, einer, den keiner kennt. Othmar von Diemar, vorne schütteres Haar, hinten wehend-graue Mähne, Ex-Chef des Verpackungsherstellers Schmalbach-Lubeca. Früh ist er dran, es ist 10 Uhr 15, noch 45 Minuten bis zum Beginn der HV. Später wird verkündet, dass er per Gerichtsweg in den Aufsichtsrat rücken wird - auf Bitte des neuen Großaktionärs und berüchtigten Hedge-Fonds-Managers Florian Homm.

Der kommt um zehn vor elf, zusammen mit dem anderen Aufsichtsratskandidaten, dem Schweizer Unternehmer Ruedi Baer. Den kennt auch keiner. Doch Homm, den haben sie alle schon gesehen, in der Zeitung oder im Fernsehen. So kommt zum ersten Mal Bewegung in die Masse. Die Fotografen blitzen.

Im Wirbel um Homm geht unter, dass weitere Hauptdarsteller des Dramas, das alle erwarten, vor der Bühne stehen: Reinhard Rauball, seit Sonntag neuer Präsident des Vereins Borussia Dortmund. Keiner spricht mit ihm, bis er sich zwischen die Fotografen und Journalisten drängt, um Homm zu begrüßen - und damit endlich auch im Rampenlicht steht. Auch Michael Meier ist da, der Geschäftsführer der KgaA. Erst als die Kameras und Mikros von Homm ablassen, wenden sie sich dem BVB-Manager zu.

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