„Ära Wildmoser“ vor dem Ende
„Löwen" vor ungewisser Zukunft

Der Neuanfang scheint unausweichlich: Zwar lässt 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser sein Amt vorerst nur ruhen. Doch der Abschied der Bestechungsskandal um den Münchner Stadionbau läutet beim Traditionsverein in seiner schwärzesten Stunde seit fast 23 Jahren wohl das Ende des "Königs der Löwen" ein.

HB MÜNCHEN. Während Spekulationen über die Nachfolge Wildmosers die Runde machten, versuchten die verbliebenen Verantwortlichen, die Tagesgeschäfte bei den abstiegsbedrohten "Löwen" in den Vordergrund zu rücken. "Es geht in den nächsten Tagen vor allem um das Sportliche", sagte Sportdirektor Dirk Dufner am Mittwoch im dpa-Gespräch: "Jeder macht seine Arbeit."

Trainer Falko Götz erklärte auf Anfrage: "Meine wichtigste Aufgabe ist, Unruhe im Team zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass die Spieler sich ganz auf den sportlichen Teil konzentrieren." Die Spieler seien aufgefordert worden, mit Leistung ein klares Bekenntnis für den Verein abzulegen.

Doch sind die Sorgen beim Traditionsclub vermutlich so groß wie seit dem Zwangsabstieg in die Amateur-Oberliga 1981 nicht mehr. Der bald 65-Jährige Wildmoser führte den Verein seit 1992 und formte ihn als "letzter Patriarch der Bundesliga" ("Süddeutsche Zeitung") ganz nach seinen Vorstellungen. Sein Sohn Karl-Heinz Wildmoser junior, Geschäftsführer der Fußball-Abteilung des Vereins und der Allianz Arena München Stadion GmbH, wurde am Dienstag ebenfalls festgenommen.

Erste Konsequenzen hat Wildmoser senior nach der Verhaftung gezogen. "Er möchte sein Lebenswerk - den TSV 1860 München - im Moment nicht belasten und wird insoweit seine gesamten Ämter ruhen lassen", erklärte sein Anwalt Steffen Ufer. Jetzt sind die Politiker gefragt: Im neunköpfigen Aufsichtsrat sind unter anderem Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sowie die CSU-Politiker Monika Hohlmeier und Hans Zehetmair vertreten. Ude brachte Ex-Minister Zehetmair als neuen Präsidenten ins Gespräch; der jedoch sagte in einem Interview der Tageszeitung "Münchner Merkur": "Ich habe von meiner Seite aus keine Absicht." Auch der Name des früheren Bundesfinanzministers Theo Waigel wurde genannt.

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