Ärger über Aktienverkauf
Telekom erwägt juristische Schritte gegen Deutsche Bank

Die Deutsche Telekom erwägt angesichts des umstrittenen Aktien-Verkaufs durch die Deutsche Bank juristische Schritte. "Wir werden die Transaktion rechtlich überprüfen", sagte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek am Freitag.

rtr/dpa/HB FRANKFURT/MAIN/BONN. Der Verkauf der 44 Mio. Deutschen Telekom-Aktien durch die Deutsche Bank ist wahrscheinlich zur Hälfte im Auftrag der Hutchison Whampoa Ltd. erfolgt. Dies war am Freitag aus unternehmensnahen Kreisen der Telekom zu hören. Hutchison Whampoa hält 206 Mio. Aktien an der Deutschen Telekom.

Sollte sich dabei ein Fehlverhalten der Deutschen Bank herausstellen, könne dies Konsequenzen für die geschäftlichen Beziehungen beider Häuser haben. Von einer möglichen Trennung von Deutschlands größtem Geldhaus, wie die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) berichtete, könne allerdings keine Rede sein.

Es lasse "ein Maximum an Instinktlosigkeit" erkennen, wenn die Bank am Montag ihre Kaufempfehlung für die Telekom-Aktien bekräftige und am Tag nach der Empfehlung 44 Mill. T-Aktien verkaufe, sagte ein Telekom-Sprecher am Donnerstagabend auf Anfrage. Es sei in keiner Weise nachvollziehbar, dass die Bank ohne Berücksichtigung möglicher Folgen am Aktienmarkt das Mandat für den Blockverkauf habe annehmen und unmittelbar nach der bekräftigten Kaufempfehlung habe ausführen können. Die Telekom sei nicht über den bevorstehenden Blockverkauf informiert gewesen.

Konsequenzen noch offen

Er wolle nicht darüber spekulieren, welche Auswirkungen die jüngsten Vorgänge auf die Geschäftsbeziehungen zwischen der Telekom und der Deutschen Bank haben könnten, sagte der Telekom - Sprecher weiter. Dazu gebe man keine Stellungnahme ab, solange die Hintergründe nicht geklärt seien. "Wir sind aber sehr enttäuscht über das Verhalten der Deutschen Bank, mit der wir bislang gute Geschäftsbeziehungen gepflegt haben", sagte der Sprecher.

Die Deutsche Bank hatte am Montag ihre Kaufempfehlung für die Telekom-Aktien bekräftigt und dann am Dienstag 44 Mill. Telekom-Aktien zu 23,60 ? platziert. Die T-Aktie hat seit dem Verkauf des Pakets von knapp 24 ? auf zwischenzeitlich 18,80 ? nachgegeben.

Der Telekom-Sprecher sagte zudem, nach Einschätzung aus Bankenkreisen habe die Deutsche Bank für das Verkaufsmandat zwischen 100 und 150 Mill. DM Provision erhalten. "Die Provisionshöhe und der Verlust beim Börsenwert der Telekom stehen in keinem Verhältnis." Die Deutsche Bank hatte zuletzt unter Verweis auf die gesetzlich vorgeschriebene interne Trennung ihrer Geschäftsbereiche Kritik an ihrem Verhalten zurückgewiesen.

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