Ärgernis über Internet-Verbot für Auktionen
Pfandleiher haben Sonderkonjunktur

Der höhere Goldpreis und die wachsende Zahl ausländischer Bürger beschert den Pfandleihern eine kleine Sonderkonjunktur.

dpa/HB FRANKFURT Wegen der gestiegenen Preise für das Edelmetall können die Pfandleiher Schmuck rund 20 Prozent höher beleihen als vor einem Jahr. Dies berichtete der Zentralverband des deutschen Pfandkreditgewerbes am Dienstag in Frankfurt. Außerdem überlassen Banken und Sparkassen den Pfandleihern ein immer größeres Feld. «Mittelständische und ausländische Kunden gewinnen wir zunehmend durch die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe», sagte der Verbandsvorsitzende Joachim Struck.

Etwa 1,7 Millionen Verträge werden die rund 170 Mitglieder des Verbandes in diesem Jahr abschließen. Dahinter stehen etwa eine Million Bürger. Jeder vierte bis fünfte Kunde habe keinen deutschen Pass, schätzt Struck. "Für Ausländer ohne EU-Pass wird es selbst mit festem Einkommen immer schwieriger, Darlehen bei konventionellen Kreditinstituten zu erhalten."

Der Umsatz der Branche werde 2002 mit 380 Millionen Euro etwa fünf Prozent über dem Vorjahr liegen. Angesichts der Konjunkturflaute hielten sich die Bürger aber mit neuen Krediten zurück. Bei etwa acht Prozent der Darlehen rechnet der Verband nicht mit einer Rückzahlung und einer folgenden Versteigerung des Pfands. Im Vorjahr lag die Ausfallquote noch bei 7,8 Prozent.

Als Ärgernis bezeichnete Struck das Internet-Verbot für Auktionen. Bislang dürfen nicht eingelöste Pfänder nur in Anwesenheit der Beteiligten versteigert werden. Das ermöglicht den wenigen anwesenden Bietern häufig Schnäppchen. Bei einer Internetauktion wäre der Teilnehmerkreis - und damit der Erlös für die Pfandleiher - vermutlich höher. "Dann könnten auch die Pfandgegenstände höher beliehen werden", beschreibt Struck den Vorteil für die Kunden.

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