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Ärzte in acht Regionen müssen mit Regressforderungen rechnen

Reuters BERLIN. Kassenärzte in Deutschland haben nach Schätzung der Betriebskrankenkassen (BKK) 1999 Medikamente für rund 1,1 Milliarden Mark mehr verordnet als gesetzlich erlaubt. Die BKK teilte am Montag mit, voraussichtlich hätten mindestens acht der 23 regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen ihre Budgets nicht eingehalten. Dazu gehörten Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen. Noch nicht klar sei, ob in Bremen, Sachsen-Anhalt und Bayern die Ausgabengrenzen überschritten haben. Die Ärzte in diesen Regionen müssten mit Regressforderungen der Bundesregierung von 750 Millionen Mark rechnen.

Mit der Ausgabenbeschränkung im Gesundheitswesen will die Bundesregierung einen Anstieg der Kosten in diesem Bereich verhindern und damit die Beitragssätze der Krankenkassen stabil halten. Ärzte und andere Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich fordern eine Abschaffung der Budgetierung, da durch die Ausgabenbeschränkung die medizinische Versorgung gefährdet werde. Sie wenden sich auch gegen die pauschale Haftung der Ärzte, die bei Budgetüberschreitungen in ihrer Region auch dann einstehen müssen, wenn sie selber zurückhaltend bei der Verschreibung von Medikamenten waren. Die Haftung der Ärzte ist auf fünf Prozent der Budgetsumme begrenzt.

Insgesamt hätten vergangenes Jahr im gesamten Bundesgebiet 38,8 Milliarden Mark für Medikamente ausgegeben werden dürfen. Endgültige Berechnungen zu den Arzneimittelbudgets 1999 sollen Mitte der Woche vorliegen.

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