Ärzte sollen sparsamer verordnen
Arzneiausgaben steigen weiter viel zu schnell

In den ersten drei Monaten 2002 mussten die gesetzlichen Krankenkassen vier Prozent mehr für Medikamente ausgeben als im Vorjahreszeitraum. Dies teilten ihre Spitzenverbände am Dienstag mit.

dpa BERLIN. Trotz der Sparappelle von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) steigen die Ausgaben für Arzneimittel weiter. Als Folge hätten die Arzneiausgaben die mit den Ärzten vereinbarten Grenzen bereits um eine halbe Milliarde Euro überschritten.

Die Kassen forderten die Ärzte auf, sparsamer zu verordnen. So hätten die Kassenärzte zugesagt, die 2001 steil gestiegenen Arzneiausgaben in diesem Jahr um rund eine Milliarde Euro zu senken. Damit widersprachen die Kassen zugleich Aussagen der Mediziner, bei den Arzneiausgaben zeichne sich eine Trendwende ab. Die jüngsten Sparmaßnahmen hätten nach Ansicht der Kassen eigentlich einen Rückgang der Ausgaben erwarten lassen.

Die Medikamentenausgaben der Kassen waren 2001 um 11,2 Prozent hochgeschnellt und hatten damit das Kassendefizit von 2,8 Milliarden Euro wesentlich verursacht. Schmidt hat wiederholt an Ärzte und Kassen appelliert, die Arzneikosten zu bremsen. Zudem schnürte sie ein Arznei-Sparpaket, das am 23. Februar in Kraft trat. Dies soll die Kassen in diesem Jahr um 1,3 Milliarden Euro entlasten. Unter anderem sollen die Apotheker aus einer Wirkstoffgruppe ein preiswertes Mittel auswählen, wenn der Arzt dies nicht schon getan hat.

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