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Ärzte verlangen internationales Klonverbot

Nach der europaweit ersten Genehmigung für das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken in Großbritannien haben deutsche Ärzteorganisationen ein internationales Klonverbot gefordert.

dpa BERLIN/KÖLN. Nach der europaweit ersten Genehmigung für das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken in Großbritannien haben deutsche Ärzteorganisationen ein internationales Klonverbot gefordert.

Die Forschungsausschuss-Vorsitzende im Bundestag, Ulrike Flach (FDP), warnte dagegen am Donnerstag in Berlin vor einer Vernachlässigung der Patientenbelange.

Die Bundesärztekammer verlangte ein international verbindliches Abkommen zum Embryonenschutz. Sowohl das Klonen zur Schaffung eines Babys als auch das Klonen zu Forschungszwecken müsse ausdrücklich unter Strafe gestellt werden, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, in Berlin. Der Ärzteverband Marburger Bund sprach sich für ein europaweites Embryonenschutzgesetz aus. Unter dem Deckmantel der Forschungsfreiheit werde die Unteilbarkeit der Menschenwürde untergraben, kritisierte der Vorsitzende Frank Ulrich Montgomery in Köln.

Die britische Entscheidung sei weder ein Tabu- noch ein Dammbruch, sondern konsequent, meinte dagegen Flach. Großbritannien hatte das Klonen zu Forschungszwecken im Jahr 2001 legalisiert. Die Forscher in Großbritannien wollen mit dem genehmigten Verfahren Stammzellen gewinnen, um Therapien gegen Diabetes, Parkinson und Alzheimer zu entwickeln.

"Die Politik in Deutschland muss endlich beginnen, ethische Fragen der Gentechnik vom Patienten her anzugehen", forderte Flach. Sollten einmal entsprechende Therapien entwickelt werden, könnten deutschen Patienten nicht vorenthalten werden. "Unethisch ist es, einen Patiententourismus zu fördern, damit man im eigenen moralischen Elfenbeinturm bleiben kann", kritisierte die Politikerin.

In Deutschland ist das so genannte therapeutische Klonen zu Forschungs- und Therapiezwecken ebenso verboten wie das reproduktive Klonen zur Schaffung eines Babys.

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