Äußerungen über China-Geschäft und US-Börsengang
Henkel erwägt Teilrückzug aus China

Grund sei die Vielzahl der Produktfälschungen in China, so Konzernchef Lehner. Gleichzeitig betonte er, dass das Unternehmen zwar an der Börsennotierung in den USA interessiert sei, diesen Schritt aber zurzeit nicht verfolge.

Reuters HAMBURG. Der Waschmittel- und Konsumgüterhersteller Henkel KGaA erwägt nach Worten von Konzernchef Ulrich Lehner wegen Produktfälschungen in China einen Teilrückzug von Investitionen aus dem Land. "Es ist uns sehr ernst", betonte Lehner am Mittwochabend auf eine diesbezügliche Frage im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Zugleich stellte Lehner klar, dass Henkel an einer Börsennotierung in den USA zwar interessiert ist, diese aber zurzeit nicht aktiv verfolgt. Angesichts des guten Geschäftsverlaufs bekräftigte Lehner die Prognose eines deutlichen Gewinnanstiegs für das laufende Jahr. Dem entsprechend werde auch die Dividende erhöht.

Lehner beschrieb die Produktpiraterie im Konsumentengeschäft in China als derart geschäftsschädigend, dass inzwischen mehrere Hersteller an einen Rückzug dächten. Solche Überlegungen würden in einer so genannten Anti-Fake-Koalition von Firmen angestellt. Über den Zeitrahmen, innerhalb dessen eine Entscheidung getroffen werden solle, wollte sich Lehner nicht äußern. Den Schaden durch Produktfälschungen schätzte Lehner auf rund 20 % des Branchenumsatzes.



Börsengang in USA zumindest interessant

Ein Börsengang an der New York Stock Exchange (NYSE) könnte für Henkel in absehbarer Zeit interessant werden, sagte Lehner weiter. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Bilanzierung nach internationalen IAS-Regeln in den USA akzeptiert werde. Die Unterschiede in der Rechnungslegung zu dem in den USA geläufigeren US-GAAP-Ansatz seien nicht gravierend, fügte Lehner hinzu. Es gebe zwar einige "lästige" Zusatzangaben, die den Geschäftsbericht länger machten. Entscheidend sei aber, dass Henkel bei dem US-Standard GAAP keinerlei Einfluss auf die zu Grunde liegenden Standards habe.

Für das laufende Geschäftsjahr 2000 stellte der Henkel-Chef eine Dividende in Aussicht, die entsprechend dem Gewinnanstieg angehoben werden solle. Lehner bekräftigte in diesem Zusammenhang die Prognose von einem "deutlichen Gewinnanstieg", nannte aber keine Zahlen. Die Dividende werde sich proportional zum Gewinnanstieg erhöhen, sagte er. Für 1999 hatten die Stammaktionäre 0,87 Euro je Anteil erhalten, den Vorzugsaktinären waren 0,93 Euro gezahlt worden.

Lehner wollte sich nicht über die Aussichten äußern, dass Henkel bei der zum Verkauf stehenden Haarkosmetiksparte des US-Konzerns Bristol-Myers Squibb zum Zuge kommt. "Wir kommentieren keine Akquisitionen", sagte er lediglich. Der US-Konzern Bristol-Myers konzentriert sich auf das Pharmageschäft und will die Kosmetiksparte Clairol verkaufen. Auf der Liste der möglichen Käufer sollen die deutschen Konzerne Wella und Henkel ganz oben stehen.

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