Affäre um angeblichen Scheinvertrag
Strafbefehl gegen Klimmt

Der Bundesverkehrsminister hat jetzt zwei Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen.

dpa-afx TRIER. Das Amtsgericht Trier hat gegen Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) Strafbefehl erlassen. Das teilte das Gericht am Montag mit. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Strafbefehl wegen Beihilfe zur Untreue beantragt, weil Klimmt als Präsident des 1. FC Saarbrücken einen angeblichen Scheinvertrag unterschrieben hatte. Der Strafbefehl sollte nach ihrem Willen über 90 Tagessätze des Nettolohns lauten. Das Gericht folgte nach eigenen Angaben dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Klimmt hat ab Zustellung des Strafbefehls zwei Wochen Zeit, Einspruch einzulegen. Der frühere saarländische Ministerpräsident hatte einen Rücktritt wegen der Affäre bislang abgelehnt.

Hintergrund des Strafbefehls ist die so genannte Doerfert-Affäre. Der frühere geschäftsführende Vorstand der Caritas Trägergesellschaft Trier (ctt), Hans Joachim Doerfert, steht momentan wegen des Verdachts der Untreue vor dem Landgericht Koblenz. Unter anderem geht es dabei um den angeblichen Scheinvertrag zwischen der ctt und dem 1. FC Saarbrücken, den auch der damalige Vereinspräsident und heutige Aufsichtsratsvorsitzende Klimmt unterschrieben hat. In dem Vertrag sichert der Fußballverein der ctt Beratung und Einsatz in ihren Krankenhäusern zu. Die gemeinnützige Gesellschaft überwies dafür laut Staatsanwaltschaft 615 000 DM. Die Ermittler vermuten aber, dass vom 1. FC Saarbrücken nie eine Gegenleistung erbracht wurde und mit dem Schriftstück nur ein der Gemeinnützigkeit der ctt widersprechendes Sponsoring verdeckt werden sollte.

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