Affären in der Wirtschaft
Kommentar: Hässliche Fratze

Die fortgesetzten Affären in Wirtschaft und Politik haben zu einer tiefen Vertrauenskrise geführt. Für die Entwicklung von Arbeitsmarkt und Börse ist das eine Katastrophe.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt liegen am Boden - nur die Justiz hat alle Hände voll zu tun. Gestern gab es eine Durchsuchung beim Finanzdienstleister MLP, am Abend ist Brandenburgs Justizminister Kurt Schelter wegen der Verwicklung in eine Immobilienaffäre zurückgetreten. Heute wurde publik, dass Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann womöglich eine Anklage wegen der Millionen-Abfindungen bei Mannesmann droht. Bei 13 Versicherern in ganz Deutschland hat das Bundeskartellamt Durchsuchungen wegen möglicher Preisabsprachen gemacht. Da findet die Nachricht, dass die Steuerfahndung Ex-Verteidigungsminster Scharping auf den Fersen ist, kaum noch Aufmerksamkeit.

Die Eliten aus Wirtschaft und Politik sind einer tiefen Vertrauenskrise ausgesetzt. Alarmierend ist, dass nicht kleine Klitschen vom Neuen Markt ins Visier der Justiz geraten, sondern Dickschiffe aus dem Dax 30 und den Spitzen der Volksparteien.

Die Wahrnehmung des Publikums hat sich gravierend verändert. Es gilt nicht mehr die Unschuldsvermutung. Stattdessen haben die fortgesetzten Affären der vergangenen Wochen dazu geführt, dass das Schlimmste angenommen wird nach dem Motto: Wo Rauch ist, muss auch Feuer sein.

Für die Entwicklung von Arbeitsmarkt und Börse ist das eine Katastrophe. In der Wirtschaft spielt Psychologie eine entscheidende Rolle - im Moment ist die Stimmung ausgesprochen mies. Auch heute sanken die Aktienkurse wieder. Ob die Wende mit Kaufkursen jetzt endlich erreicht ist, kann keiner sagen. Vorerst zeigt der Bärenmarkt seine hässliche Fratze.

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