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Afghanische Regierung und Struck verteidigen Bundeswehr-Einsatz

Die afghanische Regierung hat den Bundeswehr- Einsatz in Nordafghanistan vehement gegen Zweifel besonders der Oppositionsparteien in Deutschland verteidigt.

dpa KABUL/BERLIN. Die afghanische Regierung hat den Bundeswehr - Einsatz in Nordafghanistan vehement gegen Zweifel besonders der Oppositionsparteien in Deutschland verteidigt.

Ein Ende der Operationen in Kundus und Feisabad "wäre sehr unglücklich", sagte Vize-Präsidentensprecher Chalik Ahmad am Dienstag in Kabul. "Die Wiederaufbauteams (PRT) bringen Sicherheit und Stabilität in die Provinzen, das ist das Letzte, was Sie den Menschen dort wegnehmen sollten." Vor der ersten freien Präsidentenwahl am 9. Oktober und der für April geplanten Parlamentswahl brauche Afghanistan Sicherheit dringender denn je. Auch Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) steht nach den jüngsten Ausschreitungen in Faisabad uneingeschränkt zum Einsatz deutscher Soldaten am Hindukusch.

Politiker von Union und FDP hatten in der "Berliner Zeitung" ihre Zustimmung zu einem weiteren Einsatz in Kundus und Feisabad in Frage gestellt. Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele sagte dem Blatt, auch er sehe die Verlängerung mit großer Skepsis. Der Bundestag stimmt im Oktober über die Verlängerung des Mandats ab.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Christian Schmidt (CSU), forderte nach den Ausschreitungen gegen Hilfsorganisationen in Feisabad vergangene Woche Aufklärung über die Hintergründe. "Bevor man das Mandat verlängert, muss klar sein, welche Aufgaben die Bundeswehr in Feisabad hat und ob sie für die Sicherheit von Hilfsorganisationen verantwortlich ist", teilte er mit.

Struck sagte dem ZDF, er wisse zwar, dass es zurzeit keine Mehrheit gebe, um die Zahl der deutschen Soldaten aufzustocken. Möglich sei jedoch, "dass andere Nationen sich an unserem Team in Faisabad beteiligen", betonte der Minister. "Ganz konkret kann ich Tschechien nennen, das bereit ist bald 40 Soldaten zur Verfügung zu stellen."

Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin wies erneut Berichte zurück, die Truppe habe zivile Helfer nicht geschützt. Bei Eintreffen eines Erkundungstrupps am Ort der Unruhen in Feisabad habe sich die Lage bereits zu entspannen begonnen. "Gefahrenpunkte, die ein Eingreifen erforderlich gemacht hätten, wurden nicht identifiziert", teilte das Ministerium mit. "Auch gab es keine Hilfsersuchen an das PRT, weder von den afghanischen Sicherheitsbehörden noch von den Hilfsorganisationen." Zivile Helfer hätten das Verhalten der Bundeswehr "dankbar und positiv" bewertet.

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