Afghanische Truppen nehmen Schah-i-Kot-Tal ein
Taliban-Kämpfer in Ostafghanistan geschlagen

Amerikanische und afghanische Truppen haben nach zwölf Tagen heftiger Gefechte das Schah-i-Kot-Tal im Osten Afghanistans erobert. Die US-Streitkräfte erklärten am Mittwoch, die Soldaten hätten den höchsten Berg der Gegend und mehrere strategisch wichtige Ortschaften erobert.

wiwo/ap SCHA-I-KOT. Jetzt werde die Gegend nach flüchtigen Kämpfer der Taliban und der El Kaida durchkämmt. Der Kommandeur der gegnerischen Truppen, Saif Rahman Mansur, sei offenbar entkommen, erklärten die afghanischen Streitkräfte.

US-Militärsprecher Major Bryan Hilferty erklärte, nächstes Ziel sei nun die Wiederherstellung der Sicherheit in der Region. Vermutlich hielten sich dort nur noch etwa 100 Kämpfer der El Kaida und der Taliban auf. "Die Operation geht nach meiner Einschätzung zu Ende", sagte Hilferty. Der entscheidende Vorstoß gelang den afghanischen Kommandeuren Sia Lodin und Gul Haider, die mit ihren Einheiten gleichzeitig von Norden und Süden vorrückten. Gewehrfeuer war bis in die etwa 32 Kilometer entfernte Stadt Gardes zu hören. Kampfflugzeuge der USA gaben den Truppen am Boden Deckung. Am Mittwoch war es in der Region jedoch ruhig.

Die afghanischen Kommandeure erklärten, sie wollten die labyrinthartigen Höhlen des Tals absuchen, viele seien jedoch während der Bombenangriffe eingestürzt. Ein Sprecher Haiders, Mohammed Kasim, sagte, die verbliebenen Kämpfer versuchten über die Berge zu fliehen. Die amerikanischen Streitkräfte nahmen nach eigenen Angaben weniger als 20 Personen fest. "Die El Kaida und die Taliban können sich ergeben", sagte Hilferty. "Aber bis jetzt haben sie sich alle entschlossen zu sterben.»

Kampf gegen letzte Widerstandsnester

Im Pentagon in Washington erklärte Luftwaffengeneral John Rosa, die amerikanischen und afghanischen Truppen bekämpften letzte Widerstandsnester in der Region von Schah-i-Kot. Seit Beginn der Offensive "Operation Anaconda" am 2. März seien in dem 150 Quadratkilometer großen Areal mehr als 2.500 Bomben abgeworfen worden.

Aus US-Militärkreisen verlautete, die Operation habe wertvolle Informationen über die El Kaida gebracht. Es war die bislang größte von den USA geführte Militäraktion in dem fünfmonatigen Krieg. Erstmals waren auch konventionelle amerikanische Truppen in Kämpfe am Boden verwickelt. Die "Operation Anaconda" kostete acht amerikanische Soldaten und drei verbündete afghanische Kämpfer das Leben.

Ein afghanische Kommandeur erklärte, verletzte Kämpfer der gegnerischen Seite hätten ihm von rund 14 Arabern und 250 Tschetschenen berichtet, die in dem Tal für die El Kaida gekämpft hätten. Viele afghanische Taliban-Kämpfer seien jedoch zu Beginn der Gefechte geflohen, weil es zu einem Streit mit den El-Kaida-Kommandeuren gekommen sei.

Eine Delegation der amerikanischen Spezialeinheiten traf sich unterdessen am Dienstag in Gardes mit Mitgliedern des Stadtrats. In dem Gespräch ging es darum, den verbliebenen Taliban- und El-Kaida-Kämpfern keinen Unterschlupf zu gewähren. Die Delegierten forderten den Rat auf, auch die Einwohner davon zu überzeugen, flüchtige Kämpfer zu melden und ihnen keine Nahrungsmittel zu bringen.

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