Afghanistan und der Westen
Kommentar: Die Paten des Terrors isolieren

Die ersten Spuren des feigen Massenmords von New York und Washington führen direkt nach Afghanistan. Dort betätigen sich die herrschenden Taliban seit langem als Quartiermeister und Unterstützer des gefährlichsten Terroristen der Welt, Osama bin Laden. Sie haben eine terroristische Diktatur über ihr eigenes Volk errichtet. Sie destabilisieren die ganze Region. Sie fordern mit hämischen Worten und verbrecherischen Taten sämtliche Werte der westlichen Zivilisation heraus. Und das nicht erst seit dem Anschlag auf unschuldige US-Bürger. Trotzdem hat der Westen auf die Taliban bisher nicht mit der notwendigen Entschlossenheit reagiert.

Ohne Rückzugsräume können Terroristen nicht operieren. Ohne Länder wie Afghanistan wäre der internationale Terrorismus nicht zu einer weltumspannenden Mordmaschinerie geworden. Deshalb hat George W. Bush völlig Recht: Wir sollten keinen Unterschied mehr machen "zwischen den terroristischen Tätern und denjenigen, die ihnen Unterschlupf gewähren". In der Vergangenheit sind alle Versuche, die Unterstützerstaaten des Terrors zu isolieren, am Streit unter den westlichen Industrienationen gescheitert. Die Europäer im Allgemeinen und die Deutschen im Besonderen machten dabei oft eine klägliche Figur.

Das muss sich ändern: Wenn sich die westlichen Industrienationen, Japan und Russland einig sind, können sie Staaten wie Afghanistan weitgehend von der zivilisierten Welt abschneiden. Wirtschaft wäre dabei eine wichtige Waffe: Auch die Nachbarn Afghanistans wie Pakistan könnten durch wirtschaftlichen Druck gezwungen werden, die Grenzen zu schließen, jede Unterstützung für die Taliban einzustellen und ihre Führer zu gesuchten Kriminellen zu erklären.

Man wird entgegnen: So eine geschlossene internationale Aktion habe es noch nie gegeben. Das stimmt. Aber einen Terroranschlag wie in den USA hat es ebenfalls noch niemals gegeben.

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