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Afghanistan: US-Soldat von Feinden getötet

Erstmals seit Beginn des Afghanistan-Feldzugs vor drei Monaten ist US-Angaben zufolge ein US-Soldat in Afghanistan von Feinden getötet worden.

rtr TAMPA. Die Armee-Spezialeinheit, der er angehörte, sei für die Koordination zwischen US-Streitkräften und afghanischen Kämpfern verantwortlich gewesen, sagte Armeegeneral Tommy Franks am Freitag. Die Umstände seines Todes seien noch nicht genau geklärt. Die afghanische Regierung erklärte sich unterdessen bereit, Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar nach einer eventuellen Festnahme an die USA auszuliefern. Die Pläne für den deutschen Beitrag zur internationalen Afghanistan-Schutztruppe konkretisierten sich.

General Franks, der für die US-Afghanistan-Operation verantwortlich ist, sagte, bei dem Zwischenfall in der Stadt Gardes in Ostafghanistan sei kein weiterer US-Soldat verletzt worden. Seit die USA ihren Krieg gegen die radikal-islamischen Taliban und die El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden in Afghanistan begannen, sind mehrere US-Soldaten ums Leben gekommen. Sie wurden aber nicht von Feinden getötet.

US-Kampfflugzeuge bombardierten nach US-Angaben am Freitagmorgen den zweiten Tag in Folge Ziele im Osten Afghanistans. Eine Basis der El Kaida in Schawar Kili in der Provinz Chost sei angegriffen worden, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Schawar Kili liegt südlich von Tora Bora, wo die El-Kaida-Organisation über ein ausgedehntes unterirdisches Versteck verfügt haben soll.

Der afghanische Regierungschef Hamid Karsai sagte im US-Fernsehen, Omar könne nach einer Festnahme an die USA ausgeliefert werden, wenn diese ihn wollten. Afghanische Kämpfer bezogen Stellungen in der Gegend um das Dorf Baghran in der südafghanischen Provinz Helmand, wo Omar vermutet wird. Ein Sprecher des Geheimdienstchefs von Kandahar sagte, sie würden dabei von US-Soldaten unterstützt. Die US-Soldaten hätten zudem Häuser in der Gegend durchsucht. "Sie (die USA) haben noch nicht mit Luftschlägen begonnen", fügte der Sprecher hinzu. In den Tagen zuvor hatten afghanische Regierungsvertreter über die Kapitulation Omars und der bis zu 1500 Taliban-Kämpfer verhandelt, die sich in der Gegend aufhalten sollen.

Afghanistans Innenminister Mohammad Junis Kanuni unterzeichnete am Freitag die Vereinbarung über die Stationierung der internationalen Schutztruppe, die in der Hauptstadt Kabul für die Sicherheit der Übergangsregierung sorgen soll. "Wir hoffen, dass diese Unterschrift Afghanistan die Stabilität und den Frieden bringen wird, den wir seit so vielen Jahren brauchen", sagte Regierungschef Karsai.

Das Bundesverteidigungsministerium teilte mit, rund 100 Bundeswehrsoldaten des Vorauskommandos für die Schutztruppe ISAF (International Security Assistance Force) sollten am Sonntag in Marsch gesetzt werden. Die Fallschirmjäger sollten von Oldenburg zunächst nach Köln reisen und dort auf die Verlegung nach Afghanistan warten. Aus Militärkreisen verlautete, 150 französische Marine-Infantristen würden am Sonntag in Richtung Afghanistan aufbrechen und dort die Schutztruppe verstärken.

Der ISAF-Kommandeur, der britische General John McColl, sagte, das Mandat der Truppe könne über die bislang vom UNO-Sicherheitsrat genehmigten sechs Monate hinaus verlängert werden.

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