Afghanistans Bevölkerung leidet mehr unter dem Islamisten-Regime als unter US-Militärschlägen
Linke fallen auf Taliban-Propaganda herein

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth und die Spitze der IG Metall, der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer und die PDS - wenn es um Afghanistan geht, dann sind sich die Linken in Deutschland einig: Die USA sollten die Bombardierung der Taliban-Stellungen sofort einstellen, um eine "humanitäre Katastrophe" (Roth) zu verhindern.

Nach Meinung der Linken treffen die Militärschläge der USA vor allem die unschuldige Zivilbevölkerung und verhindern notwendige Hilfslieferungen vor dem Winter.

In Wahrheit fallen die Linken mit ihren pauschalen Schuldzuweisungen nur auf die Propaganda des Taliban-Regimes herein. Fakt ist: Die humanitäre Katastrophe in Afghanistan ist vor allem das Werk der menschenverachtenden Taliban-Politik selbst. In den vergangenen Jahren sind insgesamt vier Millionen Menschen aus Afghanistan in die Nachbarländer geflohen. Hunderttausende von Obdachlosen zogen innerhalb Afghanistans bereits lange vor dem 11. September auf der Suche nach Überlebensmöglichkeiten durch das Land. Und die Islamisten rührten keinen Finger für sie.

Schon lange vor dem Angriff der USA wurden westliche Hilfswerke, die vor allem mit amerikanischen Geldern um die Linderung der Not bemüht waren, von Taliban-Milizen systematisch behindert, verfolgt und bestohlen. Seit über einem Jahr beobachtete beispielsweise die renommierte Ärzte-Organisation Médecins Sans Frontières, dass sich "die humanitäre Situation stark verschlechtert". Und bis heute weigern sich die Taliban, Flüchtlingslager des Roten Kreuzes an der pakistanischen Grenze zu genehmigen.

Der britische Außenminister Jack Straw betont deshalb zu Recht: "Eine Pause bei der Bombardierung würde das Leiden des afghanischen Volkes nur verlängern." Nur der Sturz des Taliban-Regimes, eine Beendigung des Bürgerkriegs und ein westlicher Marshallplan in Milliardenhöhe könnten das unermessliche Leid lindern. Je schneller die Taliban gestürzt werden, umso besser für das afghanische Volk. Deshalb macht auch die Unterbrechung der Militärschläge während des islamischen Fastenmonats Ramadan überhaupt keinen Sinn.

Natürlich müssen die USA im Kampf gegen den Terror alles tun, um die Opfer unter der Zivilbevölkerung möglichst gering zu halten. Die Behauptungen der Linken, durch die Bombenabwürfe würde "hauptsächlich" die Zivilbevölkerung getroffen, stützen sich aber einzig und allein auf die Angaben der Taliban. Schon während des Kosovo-Krieges war das gleiche Lamento in der deutschen Friedensbewegung zu hören. Dabei flogen die Alliierten damals insgesamt 14 000 Angriffe gegen Ziele im ehemaligen Jugoslawien - und trafen in nur 90 Fällen Zivileinrichtungen.

Nach allen bisher vorliegenden Informationen operiert die US-Luftwaffe in Afghanistan genauso vorsichtig. Gegen Militärziele in bewohnten Gebieten setzen die US-Streitkräfte bisher vor allem lasergeführte Präzisionswaffen wie GBU-28-Bomben oder Marschflugkörper ein. Die Flächenbombardements der B-52-Bomber richten sich allein gegen die Frontlinien der Taliban.

Dass diese Angriffe bisher noch keine nachhaltige Wirkung gezeigt haben, verwundert Militärexperten im Gegensatz zu den deutschen Linken kein bisschen: Michael O?Hanlon von der amerikanischen Brookings Institution geht davon aus, dass selbst bei einer systematischen Bombardierung der Frontlinien pro Tag höchstens ein Prozent der jeweiligen Taliban-Truppen vernichtet wird.

So war es bereits im Golfkrieg 1991: Die Amerikaner bombardierten die irakischen Frontlinien damals 40 Tage lang, bevor sie den Feind mit ihren Bodentruppen danach in vier Tagen besiegten.

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