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Afghanistans Interims-Regierungschef setzt auf die USA

Der designierte Interims-Regierungschef in Afghanistan, Hamid Karsai, sieht in einer sehr engen Bindung an die USA ein wesentliches Element seiner künftigen Politik.

rtr WASHINGTON. In einem Interview der "Washington Post" vom Dienstag versicherte Karsai, der am 22. Dezember sein Amt antreten soll, sein Land werde den USA ein "vertrauensvoller Alliierter und Freund" sein, erwarte dies aber auch umgekehrt von Washington. Die USA dürften "nie wieder den Fehler der Vergangenheit" machen und sich von Afghanistan und seinen Menschen abwenden, warnte er im Blick auf die Zeit nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan.

Karsai, der sich dem Bericht zufolge bei US-Präsident George W. Bush mit einem Brief für die bisherige militärische und politische Unterstützung im Kampf gegen die Taliban bedankte, wiederholte seine Zusage, die verschiedenen bewaffneten Gruppen in Afghanistan zu entwaffnen. "Die Waffen müssen aufhören, das Land zu regieren", sagte er.

Karsai erklärte weiter, er unterstütze voll und ganz die Bemühungen der USA, Osama bin Laden und Mitglieder seines extremistischen El-Kaida-Netzwerks zu fangen oder zu töten. "Wir müssen sie alle fertig machen, sie vollständig ausbrennen", sagte Karsai, Paschtune und Sohn eines ermordeten bekannten afghanischen Politikers. Den geistlichen Führer der radikal- islamischen Taliban, Mullah Mohammed Omar, nannte Karsai einen "flüchtigen Verbrecher", der vor ein afghanisches Gericht gestellt werden solle. "Omar hat Verbrechen begangen, er hat Tausende Menschen getötet, er hat Weinberge zerstört, er hat mein Land geschlachtet, er hat die Terroristen hergebracht."

In einem ersten Schritt vor Beginn seiner auf der Petersberg-Konferenz ausgehandelten künftigen politischen Position hatte Karsai in Kandahar mit den rivalisierenden Kommandeuren dort einen Kompromiss ausgehandelt, der es dem früheren Verwalter der Stadt, Gul Agha, erlaubt, als Stadtkommandant zu fungieren.

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