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Afrikanischer Mini-Gipfel lehnt „Einmischung“ in Darfur-Krise ab

Die Präsidenten fünf afrikanischer Staaten haben bei ihrem Treffen in der libyschen Hauptstadt Tripolis den Darfur- Konflikt als innerafrikanische Angelegenheit bezeichnet und jede Einmischung von außen abgelehnt.

dpa TRIPOLIS. Die Präsidenten fünf afrikanischer Staaten haben bei ihrem Treffen in der libyschen Hauptstadt Tripolis den Darfur- Konflikt als innerafrikanische Angelegenheit bezeichnet und jede Einmischung von außen abgelehnt.

In einer Erklärung, die nach dem Ende des abendlichen Treffens in der Nacht zum Montag verbreitet wurde, hieß es: "Dies ist eine rein afrikanische Angelegenheit". Die internationale Gemeinschaft solle nur humanitäre Hilfe leisten. Im September hatte der UN-Sicherheitsrat Sudan mit Sanktionen gedroht, falls sich die Lage in der westlichen Provinz Darfur nicht verbessern sollte.

Sudans Außenminister Mustafa Othman Ismail sagte nach dem Treffen: "Ein föderales System wäre das Beste für Darfur. Dann könnten sie ihre eigene Lokalregierung und ihr eigenes Parlament wählen." Ein Sprecher der westsudanesischen Rebellenbewegung JEM äußerte sich reserviert: "Wir wollen gar keine Autonomie, sondern einen umfassenden Frieden für ganz Sudan."

Außerdem lobten die Gipfelteilnehmer die Bemühungen der Regierung in Khartum zur Beilegung der Darfur-Krise. Positiv bewerteten sie die Entscheidung der Regierung, die Zahl der Beobachter der Afrikanischen Union (AU) zu erhöhen. Die AU hat derzeit etwa 300 Soldaten in Darfur, die für den Schutz der internationalen Militärbeobachter zuständig sind. Bis Ende November soll die AU-Mission auf 4 500 Soldaten anwachsen.

An dem Treffen in Tripolis nahmen der libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi, der sudanesische Präsident Omar el Baschir, Idriss Deby (Tschad), Husni Mubarak (Ägypten) und Olusegun Obasanjo (Nigeria) sowie Vertreter der AU und der EU teil.

Kämpfe zwischen den mit der Regierung verbündeten arabischen Dschandschawid-Milizen und Rebellen hatten in Darfur eine große Flüchtlingswelle ausgelöst. Nach UN-Angaben wurden 1,6 Millionen Menschen vertrieben, davon 200 000 in den benachbarten Tschad. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben seit März mindestens 70 000 Menschen in den Flüchtlingslagern an Hunger und Krankheiten.

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