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Agassi und Navratilova schieben den Abschied hinaus

Nach ihrem Aus bei den US Open blieben der 34 Jahre alte Familienvater Agassi und die bald 48 Jahre alt werdende Navratilova klare Antworten nach ihrer sportlichen Zukunft schuldig. Doch es scheint, als würden beide trotz ihres fortgeschrittenen Alters nicht vom Profi-Tennis lassen können.

dpa NEW YORK. Nach ihrem Aus bei den US Open blieben der 34 Jahre alte Familienvater Agassi und die bald 48 Jahre alt werdende Navratilova klare Antworten nach ihrer sportlichen Zukunft schuldig. Doch es scheint, als würden beide trotz ihres fortgeschrittenen Alters nicht vom Profi-Tennis lassen können.

Andre Agassi hatte es wie immer in diesen Momenten sehr eilig, Martina Navratilova setzte nach ihrer Mixed-Niederlage eine sauertöpfische Miene auf. Die beiden Tennis-Veteranen verlieren noch immer so ungern, dass sie der Ehrgeiz weiter treibt und den Schläger nicht in die Ecke stellen lässt. "Ich sage das schon seit vier Jahren: So lange ich die realistische Hoffnung auf ein gutes Match und den Sieg habe, mache ich weiter. Mein einziger Plan ist, mich so lange wie möglich zu verbessern, bis ich entscheide, dass ich das nicht mehr kann", erklärte Agassi nach dem Viertelfinal-Aus gegen Roger Federer.

Der seit einigen Jahren wie ein Besessener an seiner Fitness arbeitende Agassi hatte schon während der US Open angekündigt, auch danach Turniere spielen zu wollen. "Nichts ist schöner als rauszugehen, zu spielen, und das eigene Spiel in Drucksituationen auszupacken", bekannte der Ehemann von Steffi Graf, die sich ihrerseits in zwei Wochen in Berlin mit einem großen Abschiedsspiel gegen Gabriela Sabatini für immer vom Tennis verabschieden will.

An selber Stelle hatte die 35-Jährige, die 1999 ihre Karriere auf der Tennis-Tour beendete, 1986 gegen Martina Navratilova erstmals einen großen Sieg gefeiert. Die gebürtige Pragerin hatte vor sieben Monaten bei den Australian Open angekündigt, sich nach dieser Saison in den Ruhestand zurückzuziehen. Aber weil in ihr noch immer das gleiche Feuer wie in Agassi brennt, ist sie wankelmütig geworden.

"Ich liebe den Wettkampf - gegen mich selbst, weil ich sehen will, wie gut ich spielen kann und mit allem klar komme", sagte die Amerikanerin und versicherte ernsthaft, sie habe nie der Ergebnisse wegen gespielt. Die Gewinnerin von 167 Einzel- und 174 Doppeltiteln zeigte sich andererseits nicht zufrieden mit der abgelaufenen Saison, wo sie keinen weiteren Grand-Slam-Titel holen konnte, obwohl sie alles abgeräumt hat, was es zu gewinnen gibt.

Ihre Entscheidung hänge auch von sehr persönlichen Dingen ab, über die sie nicht sprechen wolle, erklärte Navratilova. Wichtiger sei derzeit ihr von Hurrikanen gefährdetes Anwesen in Florida und die Präsidentenwahl in den USA am 2. November. "Vier Jahre Bush wären ein totales Desaster für unser Land. Das macht mir mehr Sorgen als alles andere", sagte sie eine Woche nach dem Parteitag der Republikaner in New York und forderte die Amerikaner auf, wählen zu gehen: "In diesem Land wählen nicht genug Leute. Das macht mich verrückt."

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