Agenturbranche beurteilt Lage aber noch skeptisch
ECC Kohtes & Klewes sieht Ende der PR-Krise

Die größte deutsche PR-Agentur ECC Kohtes Klewes geht davon aus, dass die Krise der deutschen PR-Branche überwunden ist: "Im nächsten Jahr werden die Budgets zwischen 3 bis 5 % wachsen", prognostiziert Timo Sieg, neuer Chef der Düsseldorfer Agentur.

hps DÜSSELDORF. Im letzten Jahr erzielte Kohtes Klewes, an der die größte deutsche Werbegruppe BBDO beteiligt ist, einen Umsatz von 30 Mill. Euro - ein Plus von 4,2 % bei allerdings rückläufigem Gewinn. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie die Metro, Duales System Deutschland, Deutsche Bahn oder Microsoft.

Die von Kohtes & Klewes ausgerufene Wende am PR-Markt wird in der Branche jedoch skeptisch beurteilt. "Es gibt Grund zum Optimismus. Von einer Wende zu sprechen, ist aus meiner Sicht verfrüht", sagte Karl-Heinz Heuser, Deutschland-Chef von Weber Shandwick. Der Ableger der weltweit größten PR-Agentur ist mit einem Honorarvolumen von knapp 15 Mill. Euro die Nummer zwei in Deutschland. Auch Joachim Klewes, Chef der Düsseldorfer PR-Agentur Güttler + Klewes, glaubt nicht an eine schnelle Wende: "Der Markt wird in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren sehr durchwachsen sein." Während sich klassische PR-Arbeit für Produkte nicht erholen werde, sieht Klewes beim Lobbying in der Politik und in der Branchen-PR noch Wachstumspotenzial. Vor allem Krisenkommunikation verspreche Zugewinne.

Der Umsatz im PR-Markt ging im vergangenen Jahr nach Brancheninformationen um rund 20 % zurück. Derzeit beträgt er 200 Mill. Euro. Die Branche steht unter starkem Konsolidierungsdruck. Kohtes Klewes sieht vor allem Agenturen mittlererer Größe in Bedrängnis. Für das eigene Haus kündigte Agenturchef Sieg dagegen steiles Wachstum an. "Wir wollen den Umsatz um 10 % und den Gewinn um 25 % steigern", verspricht Sieg. Derzeit liegt die Umsatzrendite nach Angaben von Brancheninsidern zwischen 12 bis 14 %. Noch vor wenigen Jahren soll sie bei 20 bis 30 % gelegen haben.

Die PR-Krise nach dem Börsenboom traf auch den Marktführer hart. "Auch eine zweistellige Umsatzrendite darf nicht darüber hinweg täuschen, dass auch ECC Kohtes Klewes ein schmerzhaftes Jahr der Konsolidierung hinter sich hat", sagt Sieg. Zuletzt passte die teure Holding der ECC Kohtes & Klewes nicht mehr zum Krisen geschüttelten Markt. Die bisherige Sprecherin der Geschäftsführung, Elke Neujahr, erst seit Dezember im Amt, reduzierte deshalb die Rolle der Holding und baute Personal ab. Auch sich selbst: Sie wird im August das Unternehmen verlassen. "Sie hat ihre Mission erfüllt", sagte ihr 37-jähriger Nachfolger Sieg.

Quelle: Handelsblatt

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