Aggressives Restrukturierungsprogramm: British Airways kürzt wegen Irak-Krieg Kapazitäten

Aggressives Restrukturierungsprogramm
British Airways kürzt wegen Irak-Krieg Kapazitäten

Europas größte Fluggesellschaft British Airways (BA) will wegen des Irak-Krieges ihr Flugangebot in den beiden kommenden Monaten um vier Prozent reduzieren, darunter auch Flüge in die Vereinigten Staaten.

Reuters LONDON. Außerdem soll der geplante Personalabbau beschleunigt werden. "Es liegen ganz eindeutig harte Zeiten vor uns. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass es in solchen Zeiten darauf ankommt, liquide zu sein", sagte BA-Chef Rod Eddington am Mittwoch in London.

Über die Reduzierung der Kapazitäten im April und Mai hinaus kündigte die Gesellschaft an, ihr Flugangebot auch für die weiteren Monate zu überprüfen. BA hat ihr Angebot in den vergangenen beiden Jahren bereits um ein Fünftel gekürzt. Auch zwölf Prozent der Transatlantikflüge wurden gestrichen. Das Restrukturierungsprogramm des Unternehmens ist eins der aggressivsten aller europäischen Fluggesellschaften. Der geplante Abbau von 13 000 Arbeitsplätzen solle nun bereits bis September vollzogen werden, teilte BA weiter mit. Ursprünglich war dafür März 2004 anvisiert worden. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen mitgeteilt, es rechne im laufenden Finanzjahr trotz des Irak-Krieges weiter mit einem Gewinn.

Die Investment Bank Merrill Lynch erklärte, die Strategie der BA werde sich in in Zukunft rentieren. "Wir bleiben bei der Meinung, dass die BA die aktuelle Krise überleben wird und letztendlich von einer konsolidierten Industrie wieder profitieren kann." In einer Kurzstudie hielt Merrill Lynch an ihrer Bewertung "buy" für BA-Aktien fest.

Einen Tag vor der BA hatte mit der Deutschen Lufthansa einer ihrer größten Konkurrenten ebenfalls Kapazitätskürzungen angekündigt und dies mit einem deutlichen Nachfragerückgang im Zuge des Irak-Kriegs begründet. Angesichts der Kriegsauswirkungen will die Europäische Kommission (EU) die Fluggesellschaften unterstützen und unter anderem eine Zusammenarbeit zur Einsparung von Kapazitäten erlauben. Die Kommission wollte am Mittwoch ein entsprechendes Papier verabschieden. Auch das US-Parlament diskutiert derzeit für die Fluglinien des Landes ähnliche Unterstützungen wie nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Nach den mit Passagierflugzeugen ausgeführten Attentaten hatte die gestiegene Flugangst die Krise der Luftfahrtbranche massiv verschärft.

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