AgV: Flatrate von 40 DM notwendig für Entwicklung
Deutsche Internet-Surfer wegen hoher Kosten europaweit hinten

Das Internet-Surfen in Deutschland ist nach Ansicht der Verbraucherverbände noch viel zu teuer. Hohe Tarife und unüberschaubare Kosten seien das Haupthindernis für eine höhere Verbreitung und Nutzung von Internet-Anschlüssen in Privathaushalten, berichtete die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) am Donnerstag in Bonn. Notwendig sei ein preisgünstiger und zeitlich unbegrenzter Internet-Pauschaltarif von monatlich etwa 40 DM.

dpa BONN. Die Deutschen hätten nicht nur im Vergleich zu den USA, sondern auch zu anderen europäischen Ländern beim Internet-Surfen immer noch das Nachsehen, hieß es von der AgV. Nur erst etwa jeder fünfte Deutsche verfüge zur Zeit über einen privaten Internet-Zugang. Damit liege Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz 12. Ein tickender Gebührenzähler verhindere auch eine weit intensivere Nutzung.

Die Verbraucher-Dachorganisation forderte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Bonn auf, für günstige Pauschaltarife und die Einführung "echter" Internet-Flatrates zu sorgen. Eine monatliche Pauschale dürfe nicht mehr kosten als der Zugang zu Fernsehen oder zur Tageszeitung. Nur dann werde das Internet auch zu einem Massenmedium.

Regulierungsbehörde will am 15. November entscheiden Die Regulierungsbehörde will am nächsten Mittwoch (15. November) über den Wettbewerb bei Internet-Preisen entscheiden. In dem Missbrauchsverfahren geht es darum, ob die Deutsche Telekom - sie verfügt praktisch noch über ein Monopol im Ortsnetzbereich - mit ihren Entgelt-Forderungen beim Online-Zugang und besseren Konditionen für ihre Tochter T-Online den Wettbewerb behindert. T-Online selbst bietet Pauschaltarife von 79 DM monatlich.

Telekom-Konkurrenten wie AOL beschwerten sich, dass sie niedrige Internet-Pauschalen nicht anbieten könnten, weil die von der Telekom geforderten Preise für Vorleistungen (Zugänge zu örtlichen Einwahlknoten) ein Kosten deckendes Geschäft nicht ermöglichten. Sie müssten bei der Telekom Kapazitäten pauschal und nicht wie bisher zeitabhängig einkaufen können, hieß es vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM).

Eine "digitale Spaltung" der Gesellschaft in diejenigen, die sich das Internet leisten können, und andere, die es sich nicht leisten können, müsse verhindert werden, betonte AgV-Experte Dirk Klasen. Ein erschwinglicher Zugang sei unverzichtbar, denn künftig werde eine Teilnahme am öffentlichen Leben wesentlich auch vom Internet-Zugang abhängen. Jeder dritte Deutsche würde sich für einen Online-Einstieg entscheiden, wenn es eine attraktive Flatrate gebe.

Die AgV unterstützte eine Unterschriftenkampagne der Bürgerinitiative "Internet ohne Taktung". Eine Liste mit mehr als 40 000 Unterschriften für eine niedrige und zeitlich nicht getaktete Internet-Pauschale wurde der Regulierungsbehörde übergeben. Die Unterschriften machten deutlich, wie sehr deutschen Surfer das Kostenproblem auf den Nägeln brenne, erläuterte die Initiative.

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