Ahlmann suspendiert
Dopingverdacht in deutscher Reiter-Mannschaft

Um das deutsche Reiter-Team gibt es erneut einen olympischen Skandal. Christian Ahlmann wurde ausgeschlossen, nachdem sein Pferd Cöster positiv auf Capsaicin getestet worden war. Weitere vier Reiter fehlen auf der Startliste für das Finale.

Springreiter Christian Ahlmann (Marl) ist von den olympischen Reiterspielen in Hongkong suspendiert worden. Bei seinem Wallach Cöster wurde bei einer Medikationskontrolle am 17. August die Substanz Capsaicin nachgewiesen. Das teilte das Legal Departement der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) dem Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Hanfried Haring, mit.

Ahlmann wurde mit sofortiger Wirkung von den Olympischen Spielen ausgeschlossen und durfte so nicht am Finalspringen am Donnerstag teilnehmen. Der 33 Jahre alte Doppel-Europameister von 2003 wurde damit ein Opfer der der neuen Regel der FEI, die Reiter bereits nach einer positiven A-Probe vom Wettkampf ausschließt. Am Freitag soll um 10.00 Uhr im Veterinär-Labor von Hongkong die B-Probe geöffnet werden.

"Die Beschleunigung des Verfahrens, die international unter besonderer Mitwirkung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ins Leben gerufen wurde, ist genau richtig", sagte Haring und kündigte an: "Wir werden seitens der FN alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Fall aufzuklären."

Wie Björn Nolting, Tierarzt der deutschen Mannschaft mitteilte, handelte es sich bei der Substanz Capsaicin um ein Extrakt der Chilischote, das zur oberflächlichen Behandlung auf der Haut angewendet werden könne. "Es hat in erster Linie einen durchblutungsfördernden Effekt", sagte Nolting.

Nach einer Anhörung der FEI am Freitagmorgen mit Ahlmann und dem deutschen Delegationsleiter Reinhardt Wendt trat der Reiter sofort die Heimreise nach Deutschland an und hatte sein Handy ausgestellt.

Wenige Stunden vor dem Finale wurde in Hongkong der Verdacht weiterer positiver Medikationsfälle laut, nachdem bekannt wurde, dass vier weitere Reiter auf der Startliste fehlen, die sich fürs Finale qualifiziert hatten.

Dabei handelt es sich um den bis dahin führenden Norweger Tony Andre Hansen mit Camiro, den US-Amerikaner Will Simpson mit Carlsson vom Dach, den Iren Denis Lynch mit Lantinus und den Brasilianer Bernardo Alves mit Chupa Chup. Der Mexikaner Antonio Chedraui war zuvor nach dem Vet-Check am Mittwoch aus dem Wettbewerb genommen worden, nachdem es bei seinem Pferd Don Porfiro zu Beanstandungen kam.

© SID

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