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Ahold spürt zunehmenden Preiskampf - 2. Quartal enttäuscht die Börse

Der starke Preiskampf im US-Geschäft hat dem niederländischen Einzelhändler Ahold im zweiten Quartal schwer zugesetzt. Zwar lief das Geschäft in Europa wieder rund und auch bei der Catering-Tochter US Foodservices, die einst Ausgangpunkt des folgenschweren Bilanzskandals war, wurden schwarze Zahlen geschrieben. Am Ende blieb der operative Gewinn mit 169 Mill. € dennoch hinter dem Vorjahresergebnis (222 Mio) und den Markterwartungen zurück.

dpa-afx ZAANDAM. Der starke Preiskampf im US-Geschäft hat dem niederländischen Einzelhändler Ahold im zweiten Quartal schwer zugesetzt. Zwar lief das Geschäft in Europa wieder rund und auch bei der Catering-Tochter US Foodservices, die einst Ausgangpunkt des folgenschweren Bilanzskandals war, wurden schwarze Zahlen geschrieben. Am Ende blieb der operative Gewinn mit 169 Mill. ? dennoch hinter dem Vorjahresergebnis (222 Mio) und den Markterwartungen zurück.

Die Analystenprognosen verfehlte Ahold auch beim Überschuss. Wie der Konzern am Donnerstag in Zaandam mitteilte, legte dieser aufgrund niedrigerer Zinsbelastungen von drei auf 32 Mill. ? zu. Die Analysten hatten allerdings mit 55 bis 114 Mill. ? gerechnet. Ahold hatte aufgrund von Änderungen in der Bilanz die Vergleichwerte des Vorjahres neu berechnet.

Aktie Bricht EIN - Börsianer Enttäuscht

Börsianer bezeichneten die Ergebnisse als "insgesamt enttäuschend". Zwar habe US Foodservice schwarze Zahlen geschrieben, der Druck auf die Margen im US-Geschäft bleibe aber bestehen. Die im Dow Jones Eurostoxx 50 gehandelte Ahold-Aktie brach am Donnerstagvormittag um 7,02 % auf 5,30 ? ein und war mit Abstand schwächster Wert.

Bereits im Juli hatte der Konzern einen vor allem währungsbedingten Umsatzrückgang von 4,9 % auf 12,3 Mrd. ? gemeldet. Damit liegt der früher als drittgrößter Einzelhändler der Welt gehandelte Konzern inzwischen hinter der Düsseldorfer Metro AG . Platz Eins nimmt der US-Konzern Wal-Mart Stores Inc. , Platz zwei die französische Carrefour SA ein. Metro kam im zweiten Quartal auf einen Umsatz von 13,35 Mrd. ?.

Ausblick Bekräftigt - Verkäufe IM Plan

Ahold-Präsident Anders Moberg bekräftigte den Ausblick für das Gesamtjahr. Der Konzern befinde sich nach wie vor in einem Jahr des Übergangs, sagte er. 2004 sollten alle Geschäftseinheiten durch Restrukturierung und eine straffere Organisation auf profitables Wachstum ausgerichtet werden. Der Einzelhandel dürfte aber weiterhin mit dem starken Preisdruck in der Branche zu kämpfen haben, vor allem in den USA. Die Tochter US Foodservice soll im laufenden Jahr operativ schwarze Zahlen schreiben. Nicht später als 2006 dürfte dann laut Ahold das Ergebnisniveau von 2002 bei der Tochter übertroffen werden.

Mit seinem Verkaufsprogramm liegt der Konzern den Angaben nach voll im Plan. Bis Ende des Jahres dürfte die Veräußerung des Spanien-Geschäfts und der US-Supermärkte BI-LO und Bruno's abgeschlossen sein. Medienberichten zufolge will Ahold seine spanischen Märkte für rund 600 Mill. ? versilbern. Als mögliche Interessenten wurden die spanische Kaufhauskette El Corte Ingles, Carrefour, die Tochter der französischen Auchan, Alcampo, und die Finanzinvestoren Apax und Permira genannt.

Ahold hatte sich ein strammes Spar- und Sanierungsprogramm auferlegt und bereits zahlreiche Unternehmensteile verkauft. Der Einzelhändler war im vergangenen Jahr wegen Bilanzmanipulationen in die Schlagzeilen geraten. Gleich mehrere Ahold-Töchter hatten fälschlicherweise zu hohe Umsätze ausgewiesen, darunter auch der Lebensmittellieferant US Foodservice. Ahold entließ gleich eine ganze Reihe von Managern.

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