Airbus A380
Super-Airbus A380 soll fliegen: Grünes Licht für Revolution am Himmel

Finanziell und technisch ein Unternehmen der Superlative, stellt das größte Verkehrsflugzeug aller Zeiten zugleich den bisherigen Höhepunkt im erbitterten Wettbewerb der Flugzeughersteller Airbus und Boeing dar.

dpa TOULOUSE. Start frei für den Super-Airbus A380: Rund zehn Jahre nach den ersten Planungen ist Europas ehrgeizigstes Flugzeugprojekt auf dem Weg in die Luft. Am Dienstag gaben in Toulouse die Aktionäre BAe Systems und EADS ihre Zustimmung.

Finanziell und technisch ein Unternehmen der Superlative, stellt das größte Verkehrsflugzeug aller Zeiten zugleich den bisherigen Höhepunkt im erbitterten Wettbewerb der Flugzeughersteller Airbus und Boeing dar. Mit dem 12,1-Milliarden-Euro-Projekt greift Airbus die jahrzehntelang unangefochtene Monopolstellung seines US-Konkurrenten bei Großraumjets an. Europas einstiger David fordert damit 30 Jahre nach der Geburt noch selbstbewusster Amerikas Goliath heraus.

Rund 140 000 Menschen werden nach offiziellen Angaben in Europa, rund 60 000 weitere in den USA direkt oder indirekt mit dem "Jet des 21. Jahrhunderts" beschäftigt sein. Airbus tritt mit keinem geringeren Anspruch an, als die zivile Luftfahrt regelrecht zu revolutionieren. Als eine Art Ozeandampfer der Lüfte soll die vierstrahlige A380 Flugreisen völlig neu definieren: Ein Friseursalon, ein Casino, ein Gymnastik- oder Schlafsaal sollen Passagieren an Bord bisher ungewohnten Komfort geben.

Hatte Boeing bisher stets bestritten, dass es einen rentablen Markt für Großraumflugzeuge wie den A380 gibt, so will das Unternehmen nun selbst mit einer gestreckten Version des bisherigen Königs der Langstreckenflugzeuge, der Boeing 747X, gegen Airbus antreten. Dort verfolgt man die Entwicklung zwar mit Interesse, aber auch gelassen. Denn auch wenn Boeing seinen "gestreckten" Jumbo relativ schnell anbieten kann, so wäre er doch ein Flugzeug mit der Technik von gestern. Außerdem kann Airbus auf einem Polster von knapp 100 Bestellungen und Optionen für seinen A380 finanziell relativ gelassen in die Zukunft schauen.

Und die sieht nicht so schlecht aus für das Airbus-Konsortium, dessen Umwandlung von einem Zusammenschluss nationaler Airbus-Partner in eine internationale Kapitalgesellschaft beschlossene Sache ist. 1999 flog Airbus bei der Zahl der Flugzeugbestellungen nicht mehr auf gleicher Höhe mit dem Erzkonkurrenten Boeing, sondern hatte ihn sogar überflügelt. Auch in diesem Jahr hat Airbus mit einer Bilanz von 483 verkauften Jets (ohne A380) durchaus eine gute Basis vorzuweisen.

Bei den beiden Airbus-Aktionären EADS (80 %) und BAe Systems werden nun die Vorbereitungen für einen schnellen Höhenflug des A380 mit Hochdruck weiter vorangetrieben. Vor allem die Frage des Transports der übergroßen Teile der A380 - die nicht in den fliegenden Großtransporter Beluga passen - bereitete lange Kopfschmerzen und beflügelte die Fantasie. Von einem Huckepack- Transport auf dem Rücken eines vierstrahligen Airbus A340 war ebenso die Rede wie vom Einsatz der Cargolifter - jener geplanten fliegenden Zeppelin-Lastkräne aus Deutschland, die so wie die A380 nicht mehr nur Zukunftsmusik sind.

Obwohl diesen Plänen offiziell nie eine Absage erteilt wurde, soll nun nach Informationen des Fachmagazins "Flight International" der Flusstransport die Gunst der Planer haben. Von den in Europa verstreuten Fabrikationsstätten in Hamburg, Stade und Filton (Großbritannien) sollen die Teile demnach über die Flüsse Elbe und Dee transportiert und per Schiff nach Bordeaux gebracht werden, um dann auf Bargen über den Fluss Garonne verschifft zu werden. 60 Kilometer vor Toulouse sollen sie abgeladen und auf dem Landweg zum Ort der Endmontage befördert werden.

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