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Airbus gibt mehr Zeit für Startbahn-Verlängerung

Der Flugzeughersteller Airbus hat den Zeitplan für für eine Verlängerung der Startbahn im Werk Hamburg-Finkenwerder gestreckt.

dpa-afx HAMBURG. Der Flugzeughersteller Airbus hat den Zeitplan für für eine Verlängerung der Startbahn im Werk Hamburg-Finkenwerder gestreckt. Die verlängerte Startbahn soll nun erst Mitte des Jahres 2007 zur Verfügung stehen und damit mehr als ein Jahr später als bislang geplant, teilten der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und der Chef von Airbus Deutschland, Gerhard Puttfarcken, am Donnerstag in der Hansestadt mit. Damit bleibe genug Zeit, um auf dem Weg der Enteignung in den Besitz der notwendigen Grundstücke zu gelangen.

Bislang blockieren drei Grundstückeigentümer, darunter die Kirchengemeinde Neuenfelde, die Verlängerung der Startbahn um 589 Meter. Eine erste Enteignung scheiterte vor Gericht. Die längere Piste ist nach Airbus-Angaben notwendig, um die Frachtversion des neuen Großflugzeugs A380 ausliefern zu können. Insgesamt hängen von dem Vorhaben bis zu 4 000 neue Arbeitsplätze in der Region ab.

Strategiewechsel

Airbus und der Hamburger Senat haben damit auf die Absage aller weiteren Verhandlungen durch die Kirchengemeinde Neuenfelde reagiert und einen Strategiewechsel vollzogen. "Wir konnten bislang der Meinung sein, dass wir die Grundstücke auf freiwilliger Basis kaufen können", sagte Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU). Das sei nun in Frage gestellt - "auch wenn wir die Hoffnung niemals aufgeben werden". Der Senat sei weiter gesprächsbereit, werde aber zugleich die Enteignung der verbliebenen Grundstückeigentümer vorbereiten.

Im Vergleich zu früheren Verfahren hätten sich die Chancen für eine erfolgreiche Enteignung verbessert, sagte Uldall. Es seien nur noch wenige Grundstücke zu enteignen, von denen nur eines einem aktiven Obstbauern gehöre. Zudem sei mittlerweile deutlich geworden, dass nicht nur die Auslieferung der Fracht- sondern auch der Passagierversionen des A380 von der Verlängerung der Startbahn abhänge. Damit sei eine andere Ausgangslage vor Gericht gegeben. Der Planfeststellungsbeschluss werde entsprechend nachgebessert.

Airbus IST ZU Mehraufwendungen Bereit

"Airbus ist bereit, Mehraufwendungen in Kauf zu nehmen", sagte Unternehmenschef Puttfarcken. Die A380-Flugzeuge würden zunächst von Hamburger Technikern in Toulouse ausgeliefert, bis die längere Landesbahn in Hamburg fertig gestellt sei. Die vereinbarte Aufteilung der Flugzeugfertigung bleibe unverändert. "Das ist bis in die Spitze von Airbus International so gewünscht und abgesprochen", sagte Puttfarcken. Die großen Standorte des Konzerns müssten sich die wichtigen Aufgaben teilen.

Sprecher von CDU und SPD begrüßten das Entgegenkommen von Airbus. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass ein Konzern zu Gunsten der Wirtschaftskraft einer Stadt Nachteile für das eigene Unternehmen in Kauf nehme, erklärte für die CDU Andreas Mattner. Dagegen sagte ein Sprecher des Bündnisses zum Schutz der Elbregion, der erneute Enteignungsversuch werde ebenso scheitern wie die vorangegangenen. Neuenfelde sehe dem Verfahren gelassen entgegen. Die GAL nannte die Strategie von Airbus und Senat "hoch riskant", da ein ähnlicher Versuch schon einmal vor dem Oberverwaltungsgericht gescheitert sei.

Senat Gibt Pläne Nicht AUF

Beust und Uldall erneuerten ihre Kritik an der Absage aller Verhandlungen durch die Kirchengemeinde Neuenfelde. "Das führt aber nicht dazu, dass der Senat seine Pläne aufgibt oder Airbus sich zurückzieht", sagte der Bürgermeister. "wir werden jetzt erst recht unsere Verantwortung wahrnehmen und sind zuversichtlich, das Beste für die Stadt zu erreichen." Die nordelbische Bischöfin Maria Jepsen erklärte, ein Kirchvorstand, der nur sich selbst sehe, sei überfordert. "Wir als Christen legen äußersten Wert darauf, dass wir im Gespräch sind und auch schwierige Gespräche führen", sagte sie.

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