Airbus setzt auf Größe – Boeing auf Geschwindigkeit
Luftkampf um Milliarden

Über den Wolken tobt der europäisch-amerikanische Zweikampf um die Führung in der Weltluftfahrt. Die Kontrahenten heißen Airbus und Boeing. Mit der A380 wollen die Europäer das Monopol der Amerikaner im Bereich der Großraumflugzeuge der Jumbo-Klasse endgültig knacken. Derzeit haben die Europäer die Nase vorn.

DÜSSELDORF. "Er bringt Sie nicht nur zum Hotel. Er ist auch Ihr Hotel." Mit diesem Text warb kürzlich die europäische Airbus-Industrie auf mehrseitigen Anzeigen in der amerikanischen Fachpresse für ihren neuen Luft-Giganten, den Airbus A380, der 555 Passagieren Platz bietet. Dazu wurden Bilder gezeigt, auf denen tatsächlich eine hotelmäßige Rezeption, eine Bar, Geschäfte und selbst ein Schlafzimmer mit Dusche zu sehen sind - alles an Bord des neuen europäischen Fliegers, der 2006 den Betrieb aufnehmen soll.

Boeing setzt dagegen die Bilder einer anderen Maschine, die zwar kleiner ist, mit ihrer markanten Aerodynamik und ihren Deltaflügeln aber fast schon weltraumtauglich erscheint. Beide Flugzeuge haben allerdings derzeit eines gemeinsam. Es gibt sie noch gar nicht. Kein Zweifel, der europäisch-amerikanische Wettkampf um die Führung in der Weltluftfahrt ist voll entbrannt. Die Europäer dringen mit der A380 nicht nur erstmals in den Bereich der Großflugzeuge der Jumbo-Klasse vor, der bislang ein Monopol von Boeing war. Sie setzen gleich noch eins drauf und bauen mit der neuen Maschine das größte Passagierflugzeug der Welt.

Die Amerikaner haben dagegen zwar Projekte für einen eigenen Super-Jumbo fallen lassen, weil sie nur schlechte Marktchancen für einen solchen Riesenflieger sehen. Stattdessen wollen sie jedoch mit ihrem "Sonic Cruiser" den schnellsten Unterschall-Passagierjet der Welt auf den Markt bringen. Mit 98 Prozent der Schallgeschwindigkeit, so heißt es bei Boeing, "werden zum Beispiel Los Angeles oder San Francisco zwei Flugstunden näher an Frankfurt heranrücken".

Das Schicksal der beiden neuen Passagierjets könnte durchaus entscheiden, ob Ende des Jahrzehnts die Amerikaner oder die Europäer beim Bau von Passagierflugzeugen führend sein werden. Bislang liegen beide in etwa gleichauf, obwohl sowohl Airbus als auch Boeing für 2001 die Spitzenposition reklamieren.

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