Airline bestellt auch bei Boeing
Großeinkauf in der Krise: Emirates ordert 41 Airbus

Zwei gute Nachrichten für den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS: Der Flugzeugbauer Airbus hat eine Bestellung der Fluggesellschaft Emirates über die Lieferung von 41 Passagiermaschinen erhalten. Zudem rechnet EADS mit einem baldigen Zuschlag für das Satelliten-Programm Skynet 5 des britischen Verteidigungsministeriums.

Reuters LE BOURGET. "In einigen Wochen werden wir den Vertrag für das Skynet 5-Programm im Wert von drei Milliarden Euro unterzeichnen", teilten die beiden EADS-Chefs Rainer Hertrich und Philippe Camus am Montag bei der Luftfahrtschau in Le Bourget in Frankreich mit. Die EADS-Sparte Paradigm Secure Communications habe bereits eine Vereinbarung mit dem britischen Verteidigungsministerium über die Konditionen für Skynet 5 erzielt.

Unterdessen bestätigte die in Dubai ansässige Fluglinie Emirates Pläne für den Kauf von 41 Flugzeugen der EADS-Tochter Airbus. Mit der Bestellung wird die Gesellschaft aus Dubai zu einem der bedeutendsten Airbus-Kunden überhaupt. "Dieser Auftrag ist unsere größte Einzelbestellung für Großraumflugzeuge", sagte Airbus-Chef Noël Forgeard am Montag. "Er ist ein Beleg für unsere hervorragende Zusammenarbeit mit Emirates seit rund 20 Jahren." Mit 110 insgesamt bestellten Flugzeugen ist Emirates größter Airbus-Kunde im Mittleren Osten.

Die im MDax gelistete EADS-Aktie legte am Vormittag zeitweise um über fünf Prozent zu, gab dann aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Am frühen Nachmittag notierte das Papier noch mit 10,50 Euro um knapp ein Prozent im Plus.

Skynet 5 ist das Projekt der britischen Regierung für militärische Satellitenkommunikation. Im Juli 2002 hatten EADS und BAE Systems Paradigm gegründet, dass sich um den Auftrag bewerben sollten. Im Januar hatten beide Partner sich dann darauf geeinigt, dass die EADS alleine die Führung bei Paradigm übernimmt. Von einem Zuschlag für das Skynet 5-Programm würde vor allem die kriselnde EADS-Satellitentochter Astrium profitieren, von der sich Paradigm Satelliten und Bodenstationen kaufen dürfte.

Airbus hat jetzt 116 Bestellungen für Super-Jumbo

Die in Dubai ansässige Fluglinie Emirates hat derweil unter anderem 21 Maschinen des Typs A380, dem für 2006 geplanten 555-sitzigen Superjumbo, bei der EADS-Tochter Airbus geordert. Airbus-Chef Noel Forgeard hatte die Order bereits am Sonntag in einem Zeitungsinterview angekündigt. Neben den A380 umfasse die Order zwei Flugzeuge vom Typ A340-500 und weitere 18 des Typs A340-600. Die Auslieferung der ersten Maschinen solle Ende 2004 beginnen, erklärte Airbus. Dann gehen die A340-500 in den Liniendienst. 2007 und 2009 sollen die A340-600 und die am Montag bestellten A380 folgen. Airbus kündigte an, die Triebwerke für die von Emirates bestellten A340-500 und A340-600 werde die britische Rolls-Royce liefern. Emirates-Chef Scheich Al Maktoum kündigte außerdem an, dass Emirates zwei weitere A380 und A340-600 leasen will.

"A340 und A380 sind am besten geeignet, um unser Passagierwachstum und den Ausbau des Netzwerkes zu bewältigen", sagte Al Maktoum. Die Gesellschaft will den neuen Super-Airbus zunächst auf Strecken zwischen Europa und Asien einsetzen. Bisher fliegen Airbus A310 und A330 sowie die Boeing 777 in den Farben von Emirates.

Mit der A380-Order der Emirates kommt Airbus auf 116 Bestellungen für das noch in der Entwicklung befindliche Flugzeug. Weitere acht Bestellungen der Malaysia Airline System könnten schon bald vereinbart werden, so dass Airbus bereits zur Jahresmitte sein eigenes Ziel für 2003 von insgesamt 125 Bestellungen für die A380 erreicht haben könnte. Nach Listenpreisen hat der Airbus-Auftrag von Emirates ein Gesamtvolumen von rund 8,7 Milliarden Dollar. Allerdings gewähren Flugzeugbauer wie Airbus oder Boeing bei umfangreichen Bestellungen kräftige Rabatte. Angesichts der durch die weltweite Konjunkturflaute und die Lungenkrankheit Sars bedingten Krise in der Luftfahrtbranche sehen Analysten Fluglinien hier zusätzlich im Vorteil. "Wir verhandeln immer hart", sagte ein Emirates-Sprecher. "Es hat Vorteile, in Zeiten wie diesen zu bestellen."

Auch Boeing bekommt kleines Stück vom Kuchen ab

Die Fluggesellschaft will ihre Flotte allerdings nicht nur mit europäischen Flugzeugen verstärken. Der US-Konkurrent Boeing, der 2003 erstmals weniger Jets als Airbus ausliefern wird, gab ebenfalls eine Bestellung der Emirates über vier neue Maschinen vom Typ 777-300ER bekannt. Der Konzern hatte zunächst von 26 Flugzeugen gesprochen, dann aber ergänzt, dass sich 22 davon bereits in den Auftragsbüchern befänden.

Im Vorfeld war bereits erwartet worden, dass Emirates einen Airbus-Auftrag im Rahmen der Pariser Luftfahrtschau ankündigen würde. Forgeard sagte dem Figaro zufolge, für das Großflugzeug A380 gebe es nun insgesamt 124 feste Beestellungen. Große Teile des Flugzeugtyps werden im Airbus-Werk in Hamburg gebaut.

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