Airline-Bündnis will neue Mitglieder aufnehmen – Koreanische Asiana und Air China gelten als nächste Kandidaten
Star Alliance will häufiger in Asien landen

Das weltweit größte Luftfahrtbündnis Star Alliance um dieLufthansa streckt seine Fühler stärker nach Asien aus. Noch in diesem Jahr wird neben der polnischen LOT voraussichtlich auch die koreanische Fluggesellschaft Asiana die Allianz verstärken. Mittelfristig ist auch Air China Kandidat für einen Beitritt.

hz FRANKFURT/M. Das führende Airline-Bündnis Star Alliance um die Deutsche Lufthansa will angesichts der anhaltenden Luftfahrtkrise noch enger zusammenrücken und mit neuen Mitgliedern den Abstand zur Konkurrenz weiter ausbauen. Noch im laufenden Jahr wird neben der polnischen Airline LOT voraussichtlich auch die koreanische Fluggesellschaft Asiana zu dem Luftfahrtbündnis stoßen, sagte Lufthansa-Chef Jürgen Weber anlässlich des fünfjährigen Jubiläums der Luftfahrtallianz in Frankfurt. Mittelfristig sei auch an eine Aufnahme von Air China gedacht.

Die Mitgliederzahl in der Allianz würde damit nach dem Bankrott der australischen Ansett auf 17 Fluggesellschaften ansteigen und den Abstand zu den Konkurrenz-Bündnissen Oneworld (u.a. British Airways), SkyTeam (u.a. Air France) und Wings um die niederländische KLM vergrößern.

Eine zahlenmäßige Obergrenze für die Star Alliance gebe es nicht, betonte Weber. Man wolle jedoch "nicht die Vereinten Nationen der Lüfte" werden, erklärte er. Geografisch "weiße Flecken" für das Bündnis sieht der Lufthansa-Chef vor allem noch in China. Weber: "Das wird sicher einer der größten Luftverkehrsmärkte der Welt." Deshalb solle auch die Zusammenarbeit mit Air China vorangetrieben werden. Der Luftfahrt-Markt in Afrika sei dagegen weniger interessant. Mittelfristig sei ein Beitritt des Lufthansa-Partners South African Airways zur Allianz allerdings vorstellbar.

Luftfahrtexperten erwarten, dass in den kommenden Jahren weitere Bewegung in die Airline-Allianzen kommt. So suchen mittelgroße europäische Fluggesellschaften wie die neu formierte Swiss, die irländische Aer Lingus, Spanair oder Air Portugal noch Anschluss an eine Luftfahrt-Allianz. Ohne ein großes Bündnis im Rücken wird es den Airlines nach Ansicht der Experten auf Dauer schwer fallen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Die Luftfahrtbündnisse sind für die Gesellschaften inzwischen zu einem wichtigen Trumpf im internationalen Wettbewerb geworden. Die Star Alliance spült der Lufthansa zum Beispiel nach eigenen Angaben jährlich rund 250 Mill. Euro in die Kassen, weil sich die Gesellschaften gegenseitig ihre Fluggäste weiterreichen, die über Vielfliegerprogramme miteinander verbunden werden. Synergien entstehen auch durch abgestimmte Flugpläne.

Die 14 bisherigen Partner der Star Alliance wollen fünf Jahre nach der Gründung der Allianz künftig noch enger wirtschaftlich zusammenarbeiten. So sollen etwa verstärkt gemeinsam günstige Bedingungen beim Einkauf von Computertechnik ausgehandelt werden sowie die elektronischen Informationssysteme weiter vereinheitlicht werden.

"Die möglichen Potenziale sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft", sagte der Vorsitzende des Luftfahrtbündnisses, Jaan Albrecht. Eine Aufnahme einer Billig-Fluggesellschaft in den Verbund, erteilte Weber dagegen eine klare Absage. "Die Star Alliance ist der Zusammenschluss der weltbesten Netz- Fluglinien. Das hat mit Billigfliegern, die von Punkt zu Punkt fliegen, nichts zu tun", sagte er. Das Star-Bündnis habe sich in der Branchenkrise nach den Terroranschlägen in den USA bewährt, betonte Albrecht. Die Passagierzahlen seien im Verbund im vergangenen Krisenjahr mit einem Minus von schätzungsweise 6 % bis 8 % weniger stark gefallen als bei der Konkurrenz.

Im Jahr 2000 hatte die Star Alliance insgesamt rund 305,8 Millionen Fluggäste gezählt. Die Konkurrenz-Bündnisse One World sowie SkyTeam kamen 2000 jeweils auf rund 200 Millionen Passagiere. Kleinste der Allianzen ist Wings mit KLM, Northwest und Continental. Die Qualiflyer-Gruppe existiert nach dem Zusammenbruch von Swissair und Sabena dagegen nur noch auf dem Papier.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%