Airline: Kein Benzinmangel
Flugschreiber der Crossair-Maschine sind auswertbar

Drei Tage nach Tod von 24 Menschen beim Absturz einer Crossair-Maschine nahe Zürich halten die Spekulationen über die Unglücksursache weiter an. Aufklärung wird insbesondere von den beiden Flugschreibern erwartet, die zwar beschädigt sind, aber trotzdem ausgewertet werden können.

dpa GENF. Das teilte der Chef des Büros für Flugunfalluntersuchungen, Jean Overney, am Dienstag in Bern mit. Pariser Spezialisten könnten die Bänder möglicherweise schon bis Dienstagabend prüfen. Die Analyse dauere danach noch einige Zeit.

Nach Medienberichten erhoffen sich die Ermittler unter anderem Aufschluss, ob der 57-jährige Pilot oder der 25-jährige Co-Pilot das Unglücksflugzeug steuerten. Der Pilot soll erst in diesem Jahr auf die Maschine vom Typ Jumbolino umgeschult worden sein. Dabei sollen aber keine Probleme aufgetreten sein.

Die Schweizer Behörden wollten sich am Dienstag nicht zu Berichten äußern, wonach es von einem anderen Piloten unmittelbar vor dem Unglück eine Wetter- und Sichtwarnung für Landepiste 28 gegeben haben soll. Die Fluggesellschaft Crossair dementierte Berichte, wonach dem Flugzeug das Benzin ausgegangen sein soll.

Die aus Berlin-Tegel kommende Maschine war am Samstagabend beim Landeanflug auf den Flughafen Zürich-Kloten abgestürzt. Dabei kamen 24 Insassen, darunter zehn Deutsche und fünf Schweizer, ums Leben. Weiterhin unklar ist bislang, warum das viel zu niedrig fliegende Flugzeug vom Kurs abkam und warum die Piloten die Landung nicht abbrachen und auf den Landeanflug auf einer anderen Piste bestanden.

Die Identifizierung der 24 Opfer ist schwierig. Wegen der Verbrennungen sei bei keinem der Opfer eine Identifikation anhand des äußeren Erscheinungsbildes möglich, sagte Rudolf Hauri vom Institut für Rechtsmedizin in Zürich. Notwendig seien Vergleichsunterlagen wie beispielsweise eine Zahnbürste mit Speichelrückständen oder ein zahnärztliches Gutachten. Die Identifizierung soll spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen sein. Für die Opfer des Absturzes soll es am Donnerstag im Münster von Basel einen Trauergottesdienst geben.

An der Unglücksstelle ging nach Polizeiangaben am Dienstagmorgen die Bergung der Trümmer- und Wrackteile weiter. Diese sollen in einem Armeelager zwischen Winterthur und Zürich gelagert werden. Noch sei unklar, ob eine Rekonstruktion des ganzen Flugzeuges oder von Teilen für die Ermittlungen notwendig werde, sagte Overney. Ungeachtet des morastigen Bodens und der ständigen Regenschauer sollen die Arbeiten bis Mittwochabend abgeschlossen sein.

Der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder waren zur Auswertung nach Paris geschickt worden, weil das französische Untersuchungsbüro über ein Speziallabor zum Entziffern der Bänder verfügt. Für die Analyse werden 80 bis 1500 im Flugschreiber gespeicherte Flugparameter mit den Gesprächen auf dem Stimmenrekorder des Cockpits synchronisiert. Diese Daten müssen dann mit den Dialogen zwischen den Piloten und dem Kontrollturm auf dem Flughafen Zürich - Kloten abgestimmt werden.

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