Airline mit Rekordverlust und ohne Dividende
Lufthansa bereitet Führungswechsel vor

Lufthansa hat mit Vorstand Wolfgang Mayrhuber bereits den Nachfolger für Konzernchef Jürgen Weber auf den Schild gehoben. Die frühzeitige Weichenstellung erfolgt in schwieriger Zeit. Die Fluggesellschaft gab für 2001 einen Rekordverlust bekannt und streicht die Dividende.

hz FRANKFURT/M. Lufthansa-Konzernvorstand Wolfgang Mayrhuber soll Ende 2003 Nachfolger von Konzernchef Jürgen Weber werden. Der Aufsichtsrat ernannte den 54-Jährigen Ingenieur bereits zum stellvertretenden Vorstandschef. Für den amtierenden Chef ist das ein "klares Signal dafür, wie künftig das Unternehmen geführt" werden soll, so Jürgen Weber am Dienstag in Frankfurt. Damit endet 2003 für die Lufthansa eine Epoche.

Weber gilt als Urgestein, der Schwabe hat die vor rund zehn Jahren schwer angeschlagene Gesellschaft entscheidend nach vorne gebracht. Sein Kronprinz stammt aus Österreich. Der Technik-Experte Mayrhuber steht für Kontinuität, seit gut einem Jahr ist er Vorstand des größten Lufthansa-Geschäftsfelds Passage mit 30 000 Beschäftigten in Cockpit, Kabine und am Boden.

Mayrhubers Nominierung fällt in eine für die Lufthansa schwere Zeit. Erstmals seit acht Jahren flog die Airline 2001 in die roten Zahlen, nicht zuletzt wegen der Krise in Folge der Anschläge vom 11. September. Vor Steuern schrieb der Konzern mit 754 Mill. Euro ein Rekordminus und lag damit schlechter als von Analysten erwartet. Im Vorjahr war noch ein Vorsteuergewinn von 1,2 Mrd. Euro erreicht worden. Die Aktionäre sollen darum für 2001 keine Dividende erhalten. Ein kleiner Lichtblick: Als eine von wenigen Airlines in Europa beendete Lufthansa das Geschäftsjahr jedoch operativ mit 20 Mill. Euro im Plus.

Die Börse war enttäuscht. Die Lufthansa-Aktie verlor zeitweise mehr als 7 %. "Die Aktien fallen, weil sie keine Dividende zahlen wollen und das ist ein schlechter Vorbote", sagte ein Münchener Händler. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gab Lufthansa bislang nicht. Nach den starken Buchungseinbrüchen der vergangenen Monate sieht die Airline jedoch wieder Anzeichen für einen Aufschwung des Luftverkehrs. Im Sommerflugplan soll bereits wieder ein Teil der 43 nach dem 11. September still gelegten Flugzeuge wieder zum Einsatz kommen.

Nach Meinung des Luftfahrtexperten Uwe Weinreich von der Hypo-Vereinsbank ist der Dividendenausfall ein klares Zeichen, dass der Markt 2002 hart bleibe. Weinreich glaubt, dass Lufthansa im laufenden Jahr ein Nettoergebnis von 34 Mill. Euro erzielen, aber erneut keine Dividende auszahlen wird.

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