Airline weitet technische Zusammenarbeit mit Virgin Atlantic aus
KLM will mehr Geld mit Billig-Flügen verdienen

Die niederländische Fluggesellschaft KLM will künftig stärker im Billig-Flug-Segment mitmischen. Deshalb kündigte das Unternehmen die Restrukturierung seiner Aktivitäten an.

tom BRÜSSEL. Ziel des Umbaus ist es, den Fokus auf drei Kernbereiche zu richten: Das weltweite Flugnetz, das stärker durch regionale Zubringerdienste unterstützt werden soll, der Bereich Charter- und Ferienflüge sowie die Low-Cost-Sparte.

Der Erfolg des irischen Billig-Fliegers Ryan Air macht auch KLM zu schaffen. Andererseits biete das Low-Cost-Segment zur Zeit "das größte Wachstumspotenzial der Branche", berichtet ein KLM-Sprecher. Die Niederländer folgen damit dem allgemeinen Trend. So hat die British Airways Tochter Deutsche BA angekündigt, sie wolle Lufthansa mit Niedrigpreisen attackieren.

Bisher waren die KLM-Billig-Aktivitäten nicht besonders erfolgreich. Die in Großbritannien angesiedelte Tochter

Buzz steckt trotz steigender Umsätze immer noch in den roten Zahlen. Daneben verfügen die Niederländer noch über eine weitere Billig-Tochter: Basiq Air. Um die Töchter effizienter zu managen, sollen beide ihren Platz künftig unter dem Dach des Charter-Ablegers Transavia finden. Auch die Regional-Gesellschaften KLM uk und KLM cityhopper erhalten eine gemeinsame Führung, damit ihre Zubringer-Aktivitäten besser aufeinander abgestimmt werden können.

Nur der wirtschaftlichste Flugzeugtyp soll fliegen

Damit die Kosten im Chartersegment sinken, wollen die Niederländer einen einzigen Flugzeugtyp einsetzen. So wird Transavia künftig nur noch die neueste Version der Boeing 737 fliegen, dem zu Zeit wirtschaftlichsten Typ für innereuropäische Flüge. Weitere Einnahmen fließen KLM durch den Auftrag von Virgin Atlantic für die Flugzeugwartung zu. Der Auftrag soll in den kommen sechs Jahren mindestens 200 Mill. Euro einbringen.

Branchenbeobachter begrüßten die KLM-Pläne weitgehend. "Die Kosten zu reduzieren, war absolut notwendig", meint André Mulder vom Bankhaus Metzler in Amsterdam. Bisher habe KLM zu viele verschiedene, sich zum Teil konkurrierende Aktivitäten unterhalten. Der Fokus auf eine effizienter geführte Marke und weniger Flugzeugtypen könne KLM ab 2004 jährliche Einsparungen von 150 Mill. Euro bescheren, rechnet Mulder vor. Für große Airlines wie KLM sei der Kostenabbau auf den defizitären Zubringer-Routen in Europa der einzig gangbare Weg. Wirklich rentabel seien nur die Langstrecken. Hier verdienten die Airlines den größten Teil ihres Geldes.

Ob "die Großen" jedoch den erfolgreichen Billig-Anbietern wie Ryan Air Konkurrenz machen können halten Branchenkenner für fraglich. Die Low-Cost-Anbieter unterscheiden sich stark von den großen etablierten Carriern, weil sie keine Netze füttern müssen und niedrigere Personalkosten haben, die Gesellschaften wie KLM nicht erreichen können. Der Umbau der Fluggesellschaft soll jedenfalls keine Jobs kosten.

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