Airlines im Wettstreit – Hersteller profitieren
Fluggesellschaften zwischen Steig- und Orientierungsflug

Mit hohen Treibstoffpreisen haben dieser Tage alle Fluggesellschaften in Europa zu kämpfen - darüber hinaus sind sie aber mit höchst unterschiedlichem Erfolg im Wettbewerb positioniert.

Die Zeiten werden härter für die europäischen Fluggesellschaften, der Graben tiefer zwischen denen, die das Steuer fest in der Hand halten, und solchen, die führungs- und orientierungslos im Raum trudeln. British Airways, die größte europäische Fluggesellschaft, hat die Probleme vergangener Jahre überwunden. Heute präsentiert BA nicht nur attraktive Leistungen und einen kräftigen Aufschwung beim Betriebsgewinn. Das neue Management unter Rod Eddington konzentriert sich darauf, Geschäfte zu optimieren und Gewinne einzufahren, anstatt den Marktanteil auszuweiten.

Air France - nach British Airways und Lufthansa Europas drittgrößte Fluggesellschaft - tut es den Briten gleich und macht Verluste gut, die sie in den 90er-Jahren eingeflogen hat. Die Fluggesellschaft hat heute einen eindrucksvollen Dreh- und Angelpunkt auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle und ein Management mit klaren Zielvorgaben - ideale Voraussetzungen, um zu wachsen und schwächeren Konkurrenten Marktanteile abzujagen.

Chaos bei der Swissair-Gruppe

Lufthansa, die noch 2000 zu einem Höhenflug angesetzt hatte, spürt die Auswirkungen des schwersten Tarifkonflikts in der Konzerngeschichte. Die Probleme der Kranich-Fluggesellschaft sind jedoch klein im Vergleich zum Chaos bei der Swissair-Gruppe. Sie nimmt soeben Abstand von ihren erfolglosen Bemühungen, in das Hoheitsgebiet der EU einfliegen zu dürfen: In Frankreich, Belgien und Deutschland hatte sie versucht, rund ein Dutzend kleinerer Airlines aufzukaufen, scheiterte aber mit dem Aufbau eines eigenen Flugverbunds. Drei weitere Gesellschaften, die niederländische KLM, Alitalia und die spanische Gesellschaft Iberia befinden sich derzeit auf Orientierungsflügen durch den Dschungel wachsenden Wettbewerbs.

Konkurrenz durch Billiganbieter

Konkurrenz machen den etablierten Airlines boomende Billiganbieter, angeführt von der irischen Ryanair und der Londoner Easy-Jet. Diese zwei machen den etablierten Gesellschaften vor allem auf den Routen Richtung Mittelmeer, Skandinavien und nach Brüssel Konkurrenz, wo die Billigflieger versuchen, ihren Marktanteil bei kostenbewussten Geschäftsreisenden auszubauen.

Auf dem Markt für Flugreisen weht ein rauer Wind, er zwingt die Airlines, wirtschaftlicher zu agieren. Davon profitieren einige der großen Flugzeugbauer. Airbus und Boeing scheinen aktuelle wirtschaftliche Schwierigkeiten relativ unbeschadet zu umfliegen. Airbus hat sich von einem europäischen Konsortium in ein Unternehmen gewandelt und arbeitet aggressiv daran, mit klaren Geschäftsstrategien Boeing Konkurrenz zu machen.

Eine positive Bilanz bei Airbus wird auch für die Muttergesellschaft, den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, immer wichtiger fürs Überleben. Denn EADS hält 80 % an dem Flugzeugbauer, und dieser Anteil war 2000 für sämtliche Gewinne und 70 % der Umsätze verantwortlich. EADS müht sich nun, die Luft- und Raumfahrtsparte auszubauen, um zu verhindern, als bloßer Management-Überbau von Airbus zu fungieren. Das übrige Fünftel an Airbus hält der britische Rüstungsgigant BAE Systems PLC, ehedem British Aerospace. Auch er zieht aus seiner Beteiligung satte Einnahmen.

Thales erfolgreich als Technologiezulieferer

Ein neuer Star am Himmel der Technologiezulieferer ist Thales. Die in Paris ansässige Gruppe für militärische und zivile Elektronik - früher Thomson-CSF - konzentriert sich bei ihrer Strategie auf die Zulieferung von kleinen Einbauteilen für Flugzeuge, Schiffe und Raketen, wie beispielsweise Lenksysteme. Damit liefert der Konzern Ausrüstung unter anderem für Airbus mit großer Marge, aber geringem Image.

Thales hat schon die Brücke in die USA geschlagen, denn es hat mit der US-amerikanischen Raytheon Co. im Bereich der Radar-Systeme ein Joint Venture gebildet - die erste transatlantische Kooperation im Militärbereich. Beide Unternehmen und andere aus dem Verteidigungsbereich hoffen, dass dies Türen für Gewinn bringende Deals öffnet.

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