Airlines setzen auf veränderte Wettbewerbslage
BA und American prüfen enge Allianz

Die Fluggesellschaften British Airways Plc (BA) und American Airlines (AA) streben nach ihrem ersten gescheiteren Versuch im Jahre 1996 erneut eine enge Allianz auf den lukrativen Nordatlantik-Strecken an.

fmd/HB LONDON. De facto würden die Pläne dazu führen, dass neun Strecken zwischen London-Heathrow und US-Städten (darunter New York, San Francisco, Boston, Chicago, Miami) gemeinsam betrieben werden. Zusammen kontrollieren die Partner zwischen 60 und 70 % der Start- und Landekapazitäten auf den Nordatlantik-Routen.

Die beabsichtigte Allianz muss von den Kartellbehörden in den USA, Großbritannien und Brüssel abgesegnet werden. Weitere Voraussetzung ist eine Einigung der US-Regierung und der britischen Regierung über ein "Open-Skies-Abkommen".

Virgin Atlantic, die Airline von Sir Richard Branson, hat bereits angekündigt, die geplante Allianz "bis aufs Blut" bekämpfen zu wollen. Der BA-Konkurrent geht davon aus, dass der Wettbewerb leiden wird. Dagegen heben BA und AA die Vorteile für den Kunden hervor. Sie würden durch die Kosteneinsparungen von niedrigeren Tickpreisen sowie höherer Flugdichte und-flexibilität profitieren. Über das bisher übliche Codesharing bei Allianzen, also die Möglichkeit, auch Flugkapazitäten des Partners zu verkaufen, geht die geplante Vereinbarung hinaus. Beide Airlines sprechen davon, dass bei der Maßnahme die Gewinne geteilt würden.

Vor fünf Jahren hatten BA und AA bereits einen ähnlichen Versuch gestartet. Der Plan scheiterte letztlich an den Auflagen der Kartellbehörden. Danach hätte sich BA von einem beträchtlichen Teil seiner wertvollen Heathrow-Slots, den Start- und Landesrechten, trennen müssen, wozu die Airline nicht bereit war. Damals war allerdings auch eine enge Kooperation auf 22 Nordatlantik-Strecken geplant.

Seither hat sich die Wettbewerbslage aus Sicht von BA-Chef Rod Eddington und AA-Chef Don Carty "dramatisch verändert". Es gehe jetzt darum, dass "wir die gleichen kommerziellen Vorteile erhalten wie rivalisierende Airline-Allianzen", so die Manager mit Blick auf die florierende Star Alliance, zu der auch die Deutsche Lufthansa gehört. Heathrow, so heißt es in der City, habe gemessen an den Flughäfen Frankfurt oder "Charles de Gaulle" in Paris an Marktmacht verloren. Unter welchen Auflagen dieser Deal genehmigt wird, bleibt abzuwarten.

Große Auswirkungen auf den BA-Kurs hatte die Ankündigung nicht. Am Freitag sank die Notierung um 0,8% auf 339 p. Das reflektiert allerdings auch die schlechten Juli-Zahlen. Denn auf den Nordatlantik-Strecken und in Asien ging die Zahl der Passagiere gemessen am Vorjahresmonat um jeweils rund 16 % zurück.

Bereits auf der Hauptversammlung hatte BA-Chairman Lord Marshall die Aktionäre auf schwierigere Zeiten vorbereitet. Vor der konjunkturellen Eintrübung in den USA sei auch die Airline nicht gefeit. Zudem spürte BA die Auswirkungen der Maul- und Klauenseuche und der hohen Treibstoffkosten. Analysten gehen im ersten Quartal von einer Halbierung des Betriebsgewinns aus. Statt 97 Mill. £ werden nur noch 45 Mill. bis 55 Mill. £ erwartet.

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