Airlines verlieren nach Katastrophe dramatisch
Absturz verunsichert US-Märkte nur vorübergehend

Nach der schwachen Eröffnung in Folge der Flugzeugkatastrophe beruhigte sich der Aktienhandel in New York zur Handelsmitte wieder. "Die alles entscheidende Frage ist, ob es sich beim dem Absturz um einen Terroranschlag handelt oder nicht", sagte Jim O?Sullivan, Volkswirt bei UBS Warburg in Stamford. Er vertrat die Ansicht, ein Anschlag werde die jüngste Kurserholung wieder zunichte machen. Im Handelsverlauf wuchs unter Anlegern die Überzeugung, dass der Absturz kein Anschlag, sondern lediglich ein tragischer Unfall war.

skl NEW YORK. Der Dow-Jones-Index notierte zum Handelsschluss 0,6 % in der Verlustzone. Der breiter gefasste Standard-&-Poor?s-500-Index notierte 0,2 % im Minus. Die dort gelisteten Fluggesellschaften führten die Verliererliste an. Der Nasdaq-Composite-Index gewann nach anfänglichen Verlusten 0,7 % hinzu. 1 582 Kursverlierern standen 1 479-gewinner gegenüber. Es wechselten trotz Feiertag rund 980 Mill. Aktien den Besitzer.

US-Bonds wurden wegen des Veteranen-Tages nicht gehandelt, viele sicherheitsorientierte Investoren stiegen deshalb in europäische Staatspapiere ein.

"Wir begannen den Tag mit den guten High-Tech-Nachrichten von Ciena, dann brachen die Kurse mit dem Absturz ein, bevor sich die Anleger nicht auf den Terror, sondern wieder auf die Fundamentaldaten konzentrierten", sagt Anlagestratege Tobias Levkovich von Salomon Smith Barney.

Dennoch: Die Kurse zahlreicher Fluggesellschaften verloren deutlich. AMR, Muttergesellschaft von American Airlines gaben in der Spitze bis zu 15 % ab. Southwest, Delta, Northwest und andere Airlines verloren in ähnlichem Umfang. Auch die Triebwerkshersteller General Electric und Honeywell verloren. Unter Druck gerieten die Aktien von Reiseveranstaltern und Hotel-Betreibern, die bereits nach den Anschlägen vom 11. September kräftig an Wert eingebüßt hatten. Der US-Hotelbetreiber, Starwood, gab erneut 1,5 % ab, die größte US-Hotelkette, Marriott, verlor rund 4 %. Auch der Reiseveranstalter Carnival büßte 1 % ein.

Die Standardwerte des Dow-Jones-Index konnten sich ab der zweiten Handelshälfte von dem negativen Eindruck des Flugzeugabsturzes absetzen.

Bei den Technologiewerten waren es die Halbleiterproduzenten, zahlreiche Software-Herstellern sowie Netzwerkausrüster, die mit guten Qaurtalszahlen glänzen konnten. Unternehmen wie Ciena oder JDS Uniphase konnten sich mit guten Quartalszahlen behaupten. Ciena hatte in einer Analystenkonferenz mitgeteilt, die Prognosen erfüllen zu können. Um in der wirtschaftlichen Flaute die Kosten zu begrenzen, teilte das Unternehmen mit, rund 10 % der Mitarbeiter zu entlassen. Der Aktienkurs legte daraufhin 8 % zu. JDS Uniphase, ein weiterer Hersteller von Glasfaser-Komponenten, konnte sich um 4 %verbessern.

Die Übernahme des größten US-Energiehändlers Enron durch den Konkurrenten Dynegy für rund 23 Mrd. US-Dollar bewegte die Enron-Aktie 7 %, die Dynegy-Papiere 14 % ins Plus. In diesem Jahr hatten Enron rund 90 % an Wert verloren. Das Konzern war durch fragwürdiges Finanzgebahren in der Vergangenheit an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geraten.

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