Aixtron stürzt ab
Neuer Markt setzt Talfahrt ungebremst fort

Der Neue Markt hat sich zu Wochenbeginn nach Einschätzung von Händlern auf Grund massiver Verkäufe institutioneller Anleger rund drei Prozent leichter präsentiert. Besonders die panikartigen Verkäufe beim Halbleiter-Hersteller Aixtron belasteten am Montagvormittag den Blue-Chip-Index Nemax 50.

Reuters FRANKFUTR. Aixtron, deren Kurs um mehr als 16 % einbrach, war am Vormittag für 15 der 49 Indexpunkt-Verluste verantwortlich. Der alle Werte umfassende All-Share-Index fiel im frühen Handel unter sein Jahrestief auf Tagesschluss-Basis von 1 487 Punkten. Händler sagten, nun fiele der Index ungebremst in Richtung auf sein absolutes Jahrestief von 1 428 Zählern, welches der Index Anfang April im Tagesverlauf markiert hatte. "Die Tiefstände werden in dieser Woche noch getestet", sagte ein Händler. Neben Aixtron standen die Titel der Parsytec AG im Mittelpunkt.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab am Vormittag 2,37 % auf 1472 Punkte ab, die im Nemax 50 zusammengefassten Blue Chips verloren 2,86 % auf 1 370 Zähler. Am Freitag hatten beide Indizes mehr als ein % nachgegeben. Im Wochenverlauf hatten die Nemax 50-Werte mehr als 5 % eingebüßt und damit ihre Talfahrt der Vorwochen fortgesetzt. Der All-Share-Index aller Werte hatte von Montag bis Freitag rund 4 % verloren. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte zum Wochenausklang den Handel bei 2 034 Punkten 1,16 % leichter verlassen.

Aixtron stützte ab

Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere von Aixtron, die um mehr als 16 % auf 30,00 Euro einbrachen. Händler erklärten die Verluste mit einer Herunterstufung der Aktie auf "Sell" von "Reduce" durch das Bankhaus Julius Bär. Ein Aixtron-Sprecher sagte, es gebe keine Neuigkeiten aus dem Unternehmen. In dieser Woche werde es auch keine Meldungen geben. Aixtron halte weiter an seinen bisherigen Jahresprognosen fest. Demnach werde sich der Jahresüberschuss im Vergleich zum Jahr 2000 um 55 % auf 29,5 Mill. Euro erhöhen. Der Umsatz werde um 50 % auf 235 Mill. Euro steigen.

Der Chip-Broker ACG verlor im Sog der Aixtron-Verkäufe mehr als 11 % auf 16,45 Euro.

Die Aktie des Netzwerkanbieter Adva AG Optical Networking konnte im Handelsverlauf zeitweise um knapp 10 % zulegen. Am Morgen hatte der Netzwerkanbieter bekannt gegeben, der Münchener EGORA-Konzern habe im Rahmen einer Kapitalerhöhung eine Million neue Adva-Aktien zu 6,50 Euro gezeichnet. Außerdem stuften die Analysten von SES Research die Adva-Papiere am Vormittag auf "Marketperformer" von "Underperformer" hoch.

Insgesamt verzeichneten am Vormittag 40 der 50 Blue Chips am Markt Kursverluste.

Panikartige Verkäufe bei Parsytec

Am breiten Markt stürzten die Titel der Parsytec AG um rund 60 % auf ein Jahrestief von 11,62 Euro. Händler führten die panikartigen Verkäufe auf einen stonierten Auftrag und voraussichtlich anfallende Abschreibungen zurück. Am Morgen hatte der Aachener Softwarehersteller bekannt gegeben, dass ein Auftrag der Sidmar nicht zu Stande kommen wird. Dadurch werden die Prognosen für das zweite Quartal wie auch für das Gesamtjahr 2001 nach Parsytec-Angaben nachhaltig von Abschreibungen im Sidmar-Fall beeinflusst. Es seien insbesondere institutionelle Investoren, die massiv Positionen abbauen würden, sagte ein Händler.

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