Aixtron und Parsytec zwingen den Neuen Markt in die Knie
Nemax-All-Share auf neuem Jahrestief

Eine kalte Dusche bei hochsommerlichen Temperaturen versetzte den Neuen Markt zum Wochenauftakt in einen Schockzustand. Die Korrektur der Prognosen beim Spezialsoftwarehersteller Parsytec und einige skeptische Stimmen zur künftigen Entwicklung des bisherigen Stars Aixtron ließen die Indizes weiter abrutschen.

HB FRANKFURT. Während sich der Nemax 50 mit 1 367 Punkten (- 3,5 %) noch über den Tiefstständen vom April halten konnte, sackte der Nemax-All-Share mit einem Minus von 2,8 % auf 1 465 Punkte bis zum Abend unter dieses Niveau ab.

Dabei belasteten Aixtron den Gesamtmarkt stärker als Parsytec. Zwar war der Kursverlust bei Parsytec mit 58 % deutlich höher als der bei Aixtron mit 17 %. Der Aachener Spezialmaschinenanbieter hat aber bei der Berechnung der Indizes ein fast sieben Mal größeres Gewicht. Die Panikverkäufe, bei Parsytec nach einer Korrektur der Umsätze von bislang erwarteten bis zu 125 Mill. Euro auf nun noch maximal 40 Mill. Euro verständlich, sind bei Aixtron wesentlich von der Angst geprägten Atmosphäre am Markt getrieben. Raus aus dem Engagement, bevor die große Verkaufswelle beginnt, lautet das simple Motto.

Parsytec AG hatte gemeldet, nach einer Auftragsstornierung auf Grund nötiger Abschreibungen das Geschäftsjahr mit einem Verlust abzuschließen. Die Arbed-Gruppe hatte den Angaben zu Folge sechs Software-Systeme geordert, die sie nun nicht abnehmen wolle. Das werde das zweite Quartal belasten, ab dem 3. Quartal rechnet Parsytec wieder mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Dass sich das Unternehmen die Stornierung nicht einfach gefallen lassen will und für das Geschäftsjahr 2002 bei mindestens 65 Mill. Euro eine Nettorendite von rund 10 % anstrebt, wollte am Markt niemand mehr hören. Zudem wurde das Papier von den Analysten der Credit Suisse First Boston (CSFB) immerhin noch auf "Hold" herabgestuft.

Parsytec-Aktien brechen nach Umsatzwarnung ein

Eine Herabstufung von Julius Bär brachte die Verkaufswelle von Aixtron in Gang. Die Analysten raten nun zum Verkauf der Aktie, nach Gerüchten soll das neue Kursziel 20 Euro betragen. Begründung ist die Schwäche der Halbleiterindustrie: Aixtron liefert Anlagen zur Produktion von Verbindungshalbleitern, die beispielsweise in Solarzellen zum Einsatz kommen. In diesem Jahr dürfte sich die Schwäche kaum niederschlagen. Dazu sind die Auftragsbücher zu voll, doch das Bankhaus rechnet mit Rückschlägen für Aixtron im kommenden Jahr. Die Analysten anderer Institute sehen das Aixtron-Entwicklungspotenzial allerdings weiter positiv.

Analysten sehen Aixtron weiterhin positiv

Weniger Einfluss auf den Kurs (- 3 %) hatte die erneute Korrektur des IT-Dienstleister Internolix. Statt ursprünglich erwarteter Umsätze von 36 Mill. Euro, die auf 18 Mill. Euro korrigiert wurden, soll nun ein Verlust vor Zinsen und Steuern von mehr als 12,9 (ursprünglich 10) Mill. Euro entstehen.

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