Akquisition
Commerzbank in Gesprächen mit US-Vermögensverwalter

Mit wem derzeit verhandelt werde, wollte die Commerzbank nicht bekannt geben, es kämen aber "mehrere interessante Kandidaten" in Frage.

Reuters FRANKFURT. Die Commerzbank und ihr italienischer Partner Generali prüfen den Kauf eines Vermögensverwalters in den USA. Dabei sei allein die Commerzbank bereit, umgerechnet mehr als 2,2 Mill. DM für einen solchen Kauf auszugeben, sagte ein Commerzbank-Sprecher am Freitag. Die Bank konzentriere sich in erster Linie auf einen starken Publikumsfonds mit guter Vertriebsschiene. Mit wem derzeit verhandelt werde, wollte die Commerzbank nicht sagen. "In den USA gibt es viele interessante Kandidaten", hatte Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen in einem Gespräch mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe) gesagt.

"Wir sind bereit, bis zu einer Milliarde Dollar für eine US-Publikumsfonds-Gesellschaft auszugeben", sagte ein Commerzbank-Sprecher. Denn die US Montgomery Group-Tochter konzentriere sich auf institutionelle Investoren. Ein möglicher Übernahmekandidat, den Commerzbank und Generali gemeinsam kaufen könnten, sollte zwischen 40 und 100 Mrd. $ verwalten. Ausgeschlossen sei allerdings eine weitere Kapitalerhöhung, um den Kauf zu finanzieren. Insgesamt verwaltet die Commerzbank nach Angaben des Sprechers rund 132 Mrd. $. Anfang September hatte die Commerzbank bekannt gegeben, dass der Versicherer Generali seinen Commerzbank-Anteil im Zuge einer Kapitalerhöhung des Frankfurter Geldhauses auf rund 10 % verdoppeln werde. Am Montag hatte das Frankfurter Landgericht allerdings die Kapitalerhöhung wegen der Beschwerde eines Aktionärs bis zu einer Anhörung am kommenden Montag blockiert.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt dämpfte Kohlhaussen zugleich die Erwartungen, dass die Verhandlungen mit der spanischen Bankengruppe Banco Santander über eine Verdoppelung des BSCH-Anteils an der Commerzbank auf rund 10 % bald abgeschlossen sein werden. "Vielleicht kann es noch in diesem Jahr eine Vereinbarung geben", sagte Kohlhaussen. Doch schließe er nicht aus "dass es nichts wird." Hauptstreitpunkt in den Gesprächen ist die geplante Übernahme der Mönchengladbacher BSCH-Tochter CC-Bank im Gegenzug für die Aufstockung der Spanier bei der Commerzbank. Der deutsche Versicherungsriese Allianz spricht derzeit nach Angaben aus Bankenkreisen mit mindestens vier US-Vermögensverwaltern, darunter Franklin Resources Inc, Nicholas Applegate, Waddell & Reed Financial Inc. und Gabelli Asset Management Inc.

Gegen 11.30 Uhr MESZ notierten die Commerzbank-Aktien mit knapp 0,37 % im Minus bei 32,17 Euro.

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