Akquisitionen in Deutschland geplant
Baloise erwartet 2000 markanten Gewinnanstieg

Reuters ZÜRICH. Die Basler Versicherungsgruppe Baloise hat im ersten Halbjahr 2000 den Reingewinn um 24 % auf 300 (Vorjahresperiode 242) Mill. sfr gesteigert und rechnet auch im Gesamtjahr mit einer deutlichen Ergebnissteigerung. "Wir werden ihnen für das ganze Jahr mit einer markanten Gewinnsteigerung wiederum ein ausgezeichnetes Resultat präsentieren können", sagte Konzernchef Rolf Schäuble am Donnerstag bei der Halbjahrespressekonferenz in Zürich. Mit der im August von der UBS übernommenen Solothurner Bank (SoBa) wolle Baloise eigenständig ihren Weg zum integrierten Finanzdienstleister fortführen. Das Asset Management der Gruppe wird in den nächsten Monaten in einer eigenen Gesellschaft zusammengefasst, sagte Schäuble. Baloise will sich durch Akquisition vor allem in Deutschland verstärken, dem nach der Schweiz zweitgrössten Markt der Gruppe. "Wir würden gerne in eine Akquisition investieren. Es gibt aber schlechtwegs nichts zu kaufen", sagte Schäuble. Baloise sucht in Deutschland primär eine Versicherung, aber auch der Erwerb oder eine Kooperation mit einer Bank sind vorstellbar. Um in Deutschland unter die grössten zehn Anbieter vorzustossen, wie es der strategischen Zielsetzung entspricht, müsste Baloise "noch signifikant wachsen", sagte der für das Risiko-Management zuständige Wolfgang Drunk. Baloise verfügt für mögliche Beteiligungskäufe über ausreichend Mittel. "Wir denken absolut nicht an eine Kapitalerhöhung", sagte Finanzchef Carl Meyer. Um die Baloise-Aktie leichter zu machen werde allerdings ein Aktiensplit, vielleicht im nächsten Jahr überlegt. Voraussetzung dafür wäre die diskutierte Herabsetzung des Aktien- Mindestnominale auf zehn Rappen von derzeit zehn Schweizer Franken. Denkbar wäre aber auch ein "Quasi-Split", sagte Meyer; eine Kapitalerhöhung zum Aktiennominale von 10 sfr, allerdings mit Bezugsrecht für zwei bis drei Aktien. Damit würde eine betragsmässig kleine Erhöhung des Kapitals zu einer deutlichen Vermehrung der Aktien führen. Schäuble sagte, dass Baloise in Kroatien den Vertrieb von Versicherungsprodukten exklusiv an Ärzte und Zahnärzte starten werde. Die dortige Ärztevereinigung habe sich an der kroatischen Baloise-Tochter beteiligt. Für die spanischen Aktivitäten hat das Unternehmen laut Schäuble noch keinen Käufer gefunden. Das Halbjahresergebnis lässt für 2000 eine beträchtliche Dividendenerhöhung erwarten, hiess es. Im Gesamtjahr rechnet Baloise mit einer 10- prozentigen Steigerung der Bruttoprämien auf 6,9 Mrd. sfr. Im ersten Semeseter erhöhte sich das Prämienvolumen um 16 % in sfr und 17 % in lokalen Währungen auf 4,32 Mrd. sfr. Motor war dabei das Leben-Geschäft mit einem Prämienzuwachs um 26 % in Originalwährungen. In Nichleben betrug das Plus 4 %. Der Schadenssatz in Nichtleben verbesserte sich auf 72 von 73 %, die Combined Ratio wurde mit 99 nach 101 % angegeben. Für Analysten liegt das Halbjahresergebnis am oberen Ende der Erwartungen, wobei Baloise aber auch von einem markanten Rückgang der Steuern auf 68,9 von 120,1 Mill. sfr profitierte. An eine Kooperation mit ihrem Grossaktionär Zurich Allied denkt Baloise nicht. "Kooperation - das wurde bis dahin nicht angedacht", sagte Schäuble. Baloise sehe in ihrem Grossaktionär auch keine Bedrohung für ihre Eigenständigkeit. "Wir haben unsere Abwehrdispositive", so Schäuble. Baloise sei nicht so leicht zu übernehmen. So gelte etwa eine 2- prozentige Stimmrechtsbeschränkung. Zurich kontrolliert über die Beteiligungsgesellschaft Inzic 23 % an Baloise und hält sich laut früheren Angaben alle Optionen offen; die Beteiligung könne langfristig zu einer Kooperation oder gar zu einer Übernahme führen, aber auch ein Verkauf sei nicht ausgeschlossen, hatte Zurich-Chef Rolf Hüppi wiederholt erklärt. Der Bankier Martin Ebner, dessen BZ-Gruppe früheren Angaben zufolge 10,2 % an Baloise hält, habe versichert, es handle sich um eine langfristige Anlage, sagte Schäuble. Baloise fielen an der praktisch unveränderten Schweizer Börse bis 15.45 Uhr um 19 sfr auf 1725 sfr.

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