Akquisitionen nicht ausgeschlossen
Börse strebt Dividendenerhöhung an

Die Deutsche Börse will ihre Dividendenausschüttung weiter erhöhen und hält trotz schwieriger Marktbedingungen an ihren Zielen für 2003 fest. "Wenn sich unsere Erwartungen an das Wachstum der Unternehmung erfüllen, wollen wir unsere progressive Dividendenpolitik fortsetzen", sagte Finanzvorstand Mathias Hlubek am Donnerstag in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT. "Dies dürfte einer voraussichtlichen Dividendenerhöhung auch für das laufende Geschäftsjahr um zumindest 20 % entsprechen", fügte er hinzu. Für 2002 hatte der Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung um 22 % auf 0,44 ? je Aktie vorgeschlagen. Für 2003 wiederholte Hlubek die Vorgabe von 440 bis 460 Mill. ? beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit). Die politische Entwicklung deute jedoch auch weiter auf schwierige Marktbedingungen hin, hieß es im Ausblick des Unternehmens auch in Bezug auf den Irak-Krieg. Analysten sagten, die angepeilte Dividendenzahlung liege im Bereich der Erwartungen.

Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr war das Ebit auf 351,2 Mill. ? von 278,1 Mill. ? im Vorjahr gestiegen. Die Börse profitierte in den vergangenen Jahren vor allem vom boomenden Derivategeschäft an der weltgrößten Terminbörse Eurex. Die Eurex ist eine Gemeinschaftsunternehmen der Frankfurter und der Schweizer Börse.

Auf die Frage, welche möglichen Akquisitionen für die Gruppe Deutsche Börse im laufenden Jahr anstehen könnten, wollte sich Börsenchef Werner Seifert nicht festlegen lassen. "Ich bin nicht bereit, irgendwelche Gespräche durch irgendwelche Äußerungen zu gefährden", sagte er. Man sei gut gerüstet. "Unsere Financial Firepower ist stark", sagte er und verwies auf die geringe Verschuldung und die guten Bonitätsbewertungen der Börse. Seifert betonte, es sei zunächst ein Ziel, das bestehende Geschäft noch profitabler zu machen. "Sie haben wiederholt gesagt, dass sie nach Übernahmen Ausschau halten und jeder erwartet, dass dies irgendwann passiert", sagte Joanna Nader, Analystin für Lehman Brothers in London.

Es gibt immer wieder Gerüchte um eine mögliche Fusion der Deutschen und der Londoner Börse, die die Frankfurter bislang nicht kommentierte. Vor Jahren waren Pläne für eine solche Fusion unter dem Namen "IX - International Exchanges" gescheitert. Eurex-Chef Rudolf Ferscha, schließt außerdem seit längerem eine Übernahme in den USA nicht aus.

Rolf Breuer wieder für den Aufsichtsrat nominiert

Die Vorschläge für die neue Zusammensetzung des Aufsichtsrates tragen nach Seiferts Worten der veränderten und zunehmend international geprägten Aktionärsstruktur Rechnung. So wird als erste Frau die Executive Vice President der Citibank, Sandra Jaffee, zur Wahl bei der Hauptversammlung Anfang Mai vorgeschlagen. Außerdem soll der Chef der Londoner Xchanging Ltd, Davin Andrews, gewählt werden. Seit dem Börsengang 2001 ist der Anteil ausländischer Aktionäre laut Geschäftsbericht auf 53 % von zuvor 32 % gestiegen. Mit dem Finanzvorstand von DaimlerChrysler, Manfred Gentz, steht erstmals ein Delegierter eines Industrieunternehmens vor dem Einzug. Auch der neue Chef der Dresdner Bank, Herbert Walter, wurde für das Gremium nominiert. Kursmakler, in Zeiten der Mitgliederbörse vor dem IPO eine der wichtigsten Eignergruppen, werden nicht mehr im Aufsichtsrat vertreten sein.

Kontinuität zeichnet sich jedoch beim Vorsitz des Aufsichtsrates ab. Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef und aktuelle Leiter des Kontrollausschusses, Rolf Breuer, steht erneut zur Wahl. Er hatte zuletzt erklärt, im Falle einer Nominierung erneut auch für den Vorsitz kandidieren zu wollen.

Die Aktien der Börse notierten am Donnerstag in einem schwächeren Gesamtmarkt mit knapp zwei Prozent im Minus bei rund 36 ? und damit nur moderat über dem 2001er Ausgabepreis von 33,50 ?. Börsianer führten die Kursverluste des Tages auf des den Kursrückgang beim Konkurrenten LSE zurück, der zuletzt eine fallende Zahl von Terminals vermeldet hatte.

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