Akribische Gepäckkontrolle und Sky-Marshals
Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Flugverkehr

Von der Verbannung auch kleinster Messer aus dem Handgepäck bis zu "Sky-Marshals" in den Flugzeugen reicht die Palette der verschärften Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr.

afp FRANKFURT/MAIN. Nach den Terroranschlägen in den USA kommt auch in Deutschland der Sicherheit auf Flughäfen und in den Maschinen eine größere Bedeutung zu als jemals zuvor. Am Dienstag zeigte sich Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) bei einem Besuch an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main zufrieden mit den bereits eingeleiteten Maßnahmen. Auch wenn er Details des Gesamtkonzepts erneut nicht nennen wollte, sind dessen Grundzuüge bekannt.

Die GEPÄCKKONTROLLEN sind erheblich verschärft worden. Das Handgepäck wird dabei oft zusätzlich mit der Hand untersucht. Aus den Flugkabinen sollen dadurch auch Obstmesser oder Nagelscheren verbannt werden. Die eingezogenen scharfen Gegenstände werden nach jüngsten Vereinbarungen in der Regel weggeworfen und nicht mehr wie zunächst vorgesehen am Zielflughafen an die Passagiere zurückgegeben. Reisende werden daher aufgefordert, auch kleine Taschenmesser oder Nagelfeilen ins Reisegepäck zu tun. Die Lufthansa bittet ihre Kunden, möglichst ganz auf Handgepäck zu verzichten. Nach den Sicherheitschecks können an den Flughäfen auch keine scharfen Gegenstände wie etwa die beliebten Schweizer Messer mehr gekauft werden.

An Bord der Maschinen werden so genannte SKY MARSHALS eingesetzt. Die bewaffneten Sicherheitskräfte sind in Lufthansa-Maschinen bereits an Bord. Sie werden verdeckt auf verschiedenen Strecken eingesetzt. Bodewig betonte, dass sie nicht nur auf Strecken nach Nordamerika an Bord sein könnten. Genauere Angaben über ihre Anzahl und ihre konkreten Handlungsmöglichkeiten werden aus Sicherheitsgründen nicht gemacht. Der Einsatz von Sicherheitsbeamten in Flugzeugen gab es allerdings teilweise schon vor den Terroranschlägen: So ist dies bei der israelischen Fluggesellschaft El Al schon lange Praxis.

Auch VERÄNDERUNGEN AN DEN FLUGZEUGEN sollen vorgenommen werden. Die Lufthansa entschied am Wochenende, verriegelte Cockpit-Türen einzubauen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass diese von Passagieren und damit auch von Entführern von der Kabine aus nicht zu öffnen sind.

Fast alle beschlossenen Maßnahmen bedeuten einen enormen personellen Aufwand und brauchen vor allem Zeit. Für die Reisenden sind LÄNGERE WARTEZEITEN also vorprogrammiert. Dies gilt insbesondere für Reisen in die USA, aber auch bei allen anderen Flügen. Die Kontrollen sind seit den Attentaten in den Vereinigten Staaten grundsätzlich bei allen Flügen verschärft worden. Dies gilt beispielsweise auch für innerdeutsche Verbindungen. Fluggesellschaften appellieren daher an ihre Kunden, mindestens zwei Stunden vor Abflug am Airport zu sein.

Unter anderem durch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen gilt eine ERHÖHUNG DER TICKETPREISE als sicher. Die Lufthansa hält dies nach eigenen Angaben für "unumgänglich". Es gibt aber noch keine konkreten Beschlüsse, in welcher Form dies geschehen soll. Die niederländische Fluggesellschaft KLM erhebt bereits seit Montag einen Sicherheits-Zuschlag von fünf Dollar (10,65 Mark/5,45 Euro) pro Flug.

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