Aktie auf Allzeittief
Mobilcom-Chef sucht Gespräch mit France Telecom

Nach der Aufkündigung des Kooperationsabkommens durch die France Telecom versucht Mobilcom-Chef Gerhard Schmid offenbar den Konflikt in direktem Kontakt mit dem französischen Staatskonzern zu entschärfen.

rtr HAMBURG. Schmid stehe in Kontakt zur France Telecom, sagte Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch am Mittwoch auf Anfrage in Büdelsdorf. "Alle Beteiligten führen Gespräche, um die Kuh von Eis zu kriegen", fügte er hinzu. Der Aufsichtsrat solle in Kürze zusammentreten, um über die Lage zu beraten. Ein zunächst für den 21. Juni ins Auge gefasster Termin für eine Aufsichtsratssitzung solle vorgezogen werden.

France Telecom hatte am Dienstag die formelle Zusammenarbeit mit Mobilcom beendet und Schmid Verstöße gegen das Kooperationsabkommen vorgeworfen. Zugleich erklärte die mit 28,5 % an dem Büdelsdorfer Unternehmen beteiligte France Telecom, dass MobilCom vorerst weiter mit Liquidität versorgt werden solle, um eine Insolvenz zu verhindern. Mobilcom wies die Vorwürfe als grundlos zurück.

An der Börse präsentierte sich die Mobilcom-Aktie am Mittwoch zunächst schwankend, markierte am Mittag mit sechs Euro aber ein neues Allzeittief. Bereits am Dienstag waren die Papiere um 46 % eingebrochen, bevor sie bis Handelsschluss vom Handel ausgesetzt wurden.

Mobilcom hatte im August 2000 mit finanzieller Unterstützung des französischen Staatskonzerns eine der sechs deutschen UMTS-Lizenzen erworben. Über die weiteren Investitionen in den Aufbau des Netzes für den neuen Mobilfunkstandard waren die beiden Partner in Streit geraten. Seitdem versucht France Telecom Schmid, der 40 % an der von ihm gegründeten Mobilfunkfirma hält, aus dem Unternehmen auszukaufen, ohne dass der eigene Schuldenstand dadurch steigt.

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