Aktie auf Talfahrt
Tui meldet stabile Reisenachfrage

Der weltgrößte Touristikkonzern verzeichnet nach der fast einjährigen Reiseflaute wieder eine lebhafte Nachfrage. Die Tui-Aktie bleibt indes auf Talfahrt.

Reuters HANNOVER. In allen wichtigen europäischen Ländern gebe es seit mehreren Wochen wieder eine lebhafte Nachfrage nach Reisen, so dass die Rückstände zum Vorjahr spürbar geringer würden, teilte Tui am Donnerstag anlässlich einer Unternehmenspräsentation auf Kreta mit. Konzernweit betrage das Umsatzminus in der Sommersaison im Vergleich zum Vorjahr derzeit noch 5,6 Prozent, nachdem es vor einem Monat noch bei 6,4 Prozent gelegen habe. Konzernchef Michael Frenzel hatte Ende August noch erklärt, er rechne nicht mehr damit, den Rückstand für den Sommer noch unter sechs Prozent zu drücken. Die Tui-Aktie setzte dennoch am Donnerstag im leichteren Markttrend ihre Talfahrt fort.

Spürbar angezogen hat offenbar die Nachfrage im größten Reisemarkt Deutschland, wo bislang die Branche die stärksten Einbußen hat. In den vergangenen Wochen holte Tui hier am stärksten auf: Der Rückstand zum Vorjahr habe sich innerhalb eines Monats von 11,4 Prozent auf 10,1 Prozent verringert. "Das kommt nicht überraschend. Wir erleben seit einigen Monaten, dass sich die Nachfrage wieder bessert, weil viele Verbraucher ihre Reise in diesem Jahr lediglich aufgeschoben haben und jetzt kurzfristig buchen", sagte Konzernsprecher Frank Laurich in Hannover. "Dass diese Entwicklung anhält, ist für uns das Signal, dass sich die Lage stabilisiert."

Noch keine Angaben zur Wintersaison

In Großbritannien, wo Tui deutlich besser als in Deutschland abschneidet, verringerte sich das Umsatzminus für den Sommer auf 1,5 Prozent. In Belgien und Niederlande verzeichne Tui ein Plus von 3,3 Prozent. Zu Skandinavien, wo es in der ersten Jahreshälfte ähnlich wie in Deutschland starke Einbußen gab, machte Tui keine Angaben. In Frankreich rechnet die künftige Konzerntochter Nouvelles Frontieres in diesem Jahr nach jüngsten Angaben ebenfalls mit einem Umsatzrückgang von knapp zehn Prozent.

Keine Angaben machte Tui für die seit vier Wochen möglichen Buchungen zur Wintersaison. In der Branche heißt es, die Nachfrage laufe überaus schleppend an. TUI-Sprecher Laurich sagte, es gebe noch keine belastbaren Zahlen.

Tui sieht dank Sparkurs gute Ergebnisentwicklung

Auch die Entwicklung des Konzernergebnisses sei erfreulich, da sich zu Jahresbeginn eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen allmählich auszahlten, sagte Frenzel anlässlich der Präsentation vor Vertretern von Banken. Konkretere Angaben wollte der Konzern auf Nachfrage nicht machen. Zum Halbjahr hatte Tui auf Grund der Reiseflaute und wegen hoher Sonderbelastungen in anderen Geschäftsfeldern einen Konzernverlust von 128 Millionen Euro ausgewiesen. Die Sparte Touristik verlor im ersten Halbjahr 2002 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwölf Prozent Umsatz auf 5,29 Milliarden Euro. Der operative Gewinn ging hier um 66 Prozent auf 117 Millionen Euro zurück.

Branchenexperten gehen davon aus, dass insbesondere bei der wichtigsten Konzerntochter Tui Deutschland auf Grund der Sparmaßnahmen der operative Gewinn deutlich weniger schrumpfen wird als der Umsatz.

Aktie bleibt auf Talfahrt

Der Tui-Aktie halfen die seit mehreren Wochen wiederholt geäußerten positiven Nachrichten zu verbesserten Buchungszahlen allerdings kaum. Nach einem kurzen Zwischenhoch auf 23,30 Euro am 29. August anlässlich der zur Halbjahresbilanz Ende August verbreiteten Zuversicht und des angekündigten Einstiegs in den Billigflugmarkt befindet sich die Aktie wieder auf Talfahrt. Am Donnerstag verlor sie bis zum Mittag erneut gut ein Prozent und notierte bei 17,80 Euro. Im Verlauf des Vortages hatte Tui ein neues Jahrestief von 17,64 Euro erreicht.

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