Aktie bis zu sechs Prozent schwächer
Altana relativiert Zeitpunkt für Roflumilast-Zulassungsantrag

Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana strebt für sein vielversprechendes neues Atemwegsmittel Roflumilast einen US-Zulassungsantrag im Jahr 2004 an. Denkbar sei für das Medikament, dass jährliche Umsätze von bis zu einer Milliarde Euro erwirtschaften soll, aber auch ein Zulassungsantrag im Jahr 2005.

Reuters FRANKFURT. "Der Antrag für die US-Zulassung soll frühestens 2004 gestellt werden, mit einem möglichen Wechsel hin zu 2005", sagte Hans-Joachim Lohrisch, Pharmavorstand des Konzerns in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Zum Zeitpunkt sagte Lohrisch weiter: "Wir wissen das noch nicht, streben aber aus vielen Gründen 2004 an, da wir der Auffassung sind, dass wir in der klinischen Arbeit ausreichend Substanz gezeigt haben." Das Medikament gegen Asthma und Raucherlunge soll neben dem neuen Asthma-Mittel Ciclosonide (Alvesco) einmal Spitzenumsätze von einer Milliarde Euro erwirtschaften. Roflumilast soll in den USA zusammen mit dem US-Konzern Pfizer vertrieben werden.

Die Aktie von Altana notierte am Abend zeitweise bis zu sechs Prozent schwächer. "Die Markterwartung lag bei 2004 für den US-Antrag", sagte ein Analyst, der nicht genannt werden wollte. Lohrisch scheine dies gesagt zu haben, um die Märkte auf einen Antrag im Jahr 2005 vorzubereiten.

Vertrieb in den USA wird verstärkt

In Kürze soll nach den Worten des Pharma-Vorstands neue Außendienstler für den US-Vertrieb hinzukommen. "Wir haben einen Vertrag mit einer anderen Pharmafirma zur Vermarktung eines Produkts geschlossen und werden dies Anfang Juli bekannt geben," sagte Lohrisch. "Wir haben dann eine neue Vertriebsmannschaft von 300 Außendienstlern zur Verfügung, die zu den 300 hinzukommen, die bereits für den Vertrieb von Detrol dabei sind". Altana vermarktet seit vergangenem Oktober das Inkontinenzmittel Detrol von Pfizer.

Lohrisch bekräftigte ferner für das zweite Atemwegsmedikament Alvesco gegen Asthma, weiterhin mit einem US-Antrag in diesem Jahr zu rechnen. "Unser Partner Aventis plant den Zulassungsantrag in den USA für die dosierte Inhalationsform (MDI) von Alvesco im zweiten Halbjahr zu stellen, frühestens im dritten Quartal." Altana hatte im vergangenen Mai den Zulassungsantrag für Europa gestellt. Europa-Zulassung und Marktstart für das Medikament, das ebenfalls einmal Spitzenumsätze von einer Milliarde Euro erwirtschaften soll, werden für Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres erwartet.

Pantoprazol weiter Zugpferd

Das derzeit umsatzstärkste Medikament bei Altana ist weiterhin das Magenmittel Pantoprazol, dass in den USA von Wyeth als Protonix vermarktet wird. Hier nehme der Marktanteil weiter zu, trotz dem US-Start von Nachahmermedikamenten für das Konkurrenzprodukt Prilosec von Astra-Zeneca. "Wir haben derzeit einen Anteil von 17,7 % bei den PPI-Neuverschreibungen in den USA", sagte Lohrisch." Der Marktanteil nehme kontinuierlich zu. Altana habe den einzigen so genannten Protonenpumpenhemmer (PPI), der bei Magenpatienten den Säurerückfluss in die Speiseröhre verhindert. Mit diesem Mittel baue Altana neben dem Marktführer Nexium Schritt für Schritt seinen Marktanteil aus. "Wir halten einen Marktanteil von 20 % für möglich." Für dieses Jahr rechnet Lohrisch in lokalen Währungen mit einem zweistelligen Umsatzwachstum bei Pantoprazol.

Altana-Chef Nikolaus Schweickart, hatte vor kurzem für den Gesamtkonzern gesagt, er halte trotz des derzeit hohen Euro-Kurses ein prozentual zweistelliges Ergebniswachstum 2003 für möglich. Ein zweistelliges Umsatzwachstum sei aber wegen des hohen Umsatzwachstums schwieriger, wenn der Euro über 1,10 Dollar liege. Nach den Worten eines Altana-Sprechers hat Altana aber auch Währungsabsicherung betrieben. "Wir werden im Juli zu unserer Hedging-Position etwas sagen", sagte der Sprecher. 80 % der Nettoumsätze seien bei einem Niveau von 0,92 ? abgesichert.

Die Aktie von Altana notierte am Abend nach Veröffentlichung des Interviews bei 51,50 ? und damit drei Prozent schwächer, nachdem sie zuvor noch mit 1,4 % im Plus gelegen hatte.

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